AchieVE-ZEB MockUps - Bauphysik zum Anfassen

22. Oktober 2026

Wie las­sen sich kom­ple­xe bau­phy­si­ka­li­sche Zu­sam­men­hän­ge ver­ständ­lich er­klä­ren? Im Rah­men des EU-ge­för­der­ten For­schungs­pro­jekts AchieVE-ZEB sind da­für kom­pak­te Tisch­mo­del­le – so­ge­nann­te Mock-ups – ent­stan­den, die in der Wei­ter­bil­dung zum Ein­satz kom­men. Sie ma­chen theo­re­ti­sches Wis­sen an­schau­lich und un­ter­stüt­zen die pra­xis­na­he Ver­mitt­lung zen­tra­ler Pas­siv­hausthe­men.

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Wie­so brau­che ich ei­ne luft­dich­te Ge­bäu­dehül­le, was be­deu­ten Wär­me­brücken für mein Ge­bäu­de und wie funk­tio­niert ei­ne kon­trol­lier­te Wohn­raum­lüf­tung mit Wär­me­rück­ge­win­nung?

Die bau­phy­si­ka­li­schen Grund­la­gen ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Ge­bäu­de sind oft nicht auf den ers­ten Blick ver­ständ­lich. Ge­ra­de in der Aus- und Wei­ter­bil­dung stellt sich da­her die Fra­ge, wie sich die­se Zu­sam­men­hän­ge mög­lichst an­schau­lich und pra­xis­nah ver­mit­teln las­sen.

Einen Lö­sungs­an­satz bie­ten so­ge­nann­te Mock-ups, die im Rah­men des EU-Pro­jekts Achie­VE-ZEB am Pas­siv­haus In­sti­tut ent­wi­ckelt und ge­baut wur­den.

Die klei­nen Tisch­mo­del­le ver­an­schau­li­chen auf pra­xis­na­he Wei­se wich­ti­ge Funk­ti­ons­prin­zi­pi­en ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Ge­bäu­de. Sie er­mög­li­chen es, ein­zel­ne Aspek­te der Bau­phy­sik ge­zielt dar­zu­stel­len, un­ter­schied­li­che Aus­füh­rungs­va­ri­an­ten mit­ein­an­der zu ver­glei­chen und ge­mein­sam mit den Kurs­teil­neh­men­den zu un­ter­su­chen.

Luft­dicht­heit

An ei­nem der Mo­del­le lässt sich de­mons­trie­ren, wie be­reits klei­ne Un­dicht­hei­ten in der Ge­bäu­dehül­le zu un­kon­trol­lier­ten Luft­strö­mun­gen füh­ren kön­nen. Durch ge­zielt er­zeug­te Dru­ckun­ter­schie­de wird sicht­bar, wie Luft durch Fu­gen und Öff­nun­gen strömt. Ne­ben zu­sätz­li­chen Wär­me­ver­lus­ten kön­nen da­durch lang­fris­tig auch Feuch­te­schä­den ent­ste­hen.

Das Mo­dell ver­deut­licht, warum ei­ne durch­ge­hen­de Luft­dicht­heits­ebe­ne und die sorg­fäl­ti­ge Aus­füh­rung von An­schlüs­sen und Durch­drin­gun­gen we­sent­li­che Vor­aus­set­zun­gen für ener­gie­ef­fi­zi­en­tes und dau­er­haft scha­dens­frei­es Bau­en sind.

Der be­son­de­re Mehr­wert der Mock-ups liegt in ih­rem in­ter­ak­ti­ven Cha­rak­ter: Die Teil­neh­men­den kön­nen selbst Mes­sun­gen durch­füh­ren, Wär­me­bil­der in­ter­pre­tie­ren und die Aus­wir­kun­gen un­ter­schied­li­cher Kon­struk­ti­ons­de­tails un­mit­tel­bar be­ob­ach­ten. Ab­strak­te bau­phy­si­ka­li­sche Vor­gän­ge wer­den da­durch greif­bar und theo­re­ti­sches Wis­sen mit prak­ti­schen Er­fah­run­gen ver­knüpft.

Wär­me­brücken – Wär­me­ver­lus­te sicht­bar ma­chen

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Ein wei­te­res Mo­dell zeigt den Ein­fluss un­ter­schied­li­cher Kon­struk­ti­ons­de­tails und Dämm­qua­li­tä­ten auf den Wär­me­trans­port durch die Ge­bäu­dehül­le. Da­zu wer­den ein­zel­ne Bau­teil­be­rei­che von in­nen er­wärmt und ih­re Ober­flä­chen­tem­pe­ra­tu­ren mit­hil­fe ei­ner Wär­me­bild­ka­me­ra un­ter­sucht. Auf den Wär­me­bil­dern wer­den Tem­pe­ra­tur­un­ter­schie­de un­mit­tel­bar er­kenn­bar. So lässt sich ver­an­schau­li­chen, wie Wär­me­brücken ent­ste­hen, warum an die­sen Stel­len er­höh­te Wär­me­ver­lus­te auf­tre­ten und wel­che Aus­wir­kun­gen sie auf die Ober­flä­chen­tem­pe­ra­tu­ren ha­ben kön­nen. Ins­be­son­de­re bei nied­ri­gen Au­ßen­tem­pe­ra­tu­ren kön­nen Wär­me­brücken auf der Raum­in­nen­sei­te zu deut­lich küh­le­ren Ober­flä­chen füh­ren. Dies be­ein­träch­tigt nicht nur den ther­mi­schen Kom­fort, son­dern kann bei aus­rei­chend ho­her Luft­feuch­tig­keit auch das Ri­si­ko für Schim­mel­bil­dung er­hö­hen. Es wird deut­lich, wie wich­tig ei­ne mög­lichst wär­me­brücken­freie Kon­struk­ti­on und ei­ne durch­ge­hend wirk­sa­me Wär­me­däm­mung sind.