Qua­li­täts­kri­te­ri­en

Ein Wohn­ge­bäu­de ist ein Pas­siv­haus, wenn es fol­gen­de drei An­for­de­run­gen er­füllt:

1. Ein be­hag­li­ches In­nen­kli­ma ist oh­ne se­pa­ra­tes Heiz­sys­tem und oh­ne Kli­ma­an­la­ge er­reich­bar: Da­zu darf der Jah­res­heiz­wär­me­be­darf nach Pas­siv­haus Pro­jek­tie­rungs-Pa­ket (PHPP) max. 15 kWh/(m²a) sein.

2. Die Be­hag­lich­keits­kri­te­ri­en müs­sen in je­dem Wohn­raum im Win­ter wie im Som­mer er­füllt sein. Dar­aus er­ge­ben sich i.d.R. fol­gen­de An­for­de­run­gen:

  • U-Wer­te opa­ker Au­ßen­bau­tei­le müs­sen un­ter 0,15 W/(m²K) lie­gen.
  • U-Wer­te von Fens­tern und an­de­ren trans­lu­zen­ten Bau­tei­len müs­sen un­ter 0,8 W/(m²K) lie­gen.
  • Trans­lu­zen­te Flä­chen in West- oder Ost­ori­en­tie­rung (±50°) so­wie trans­lu­zen­te Flä­chen mit Nei­gun­gen un­ter 75° ge­gen die Ho­ri­zon­ta­le dür­fen 15% der da­hin­ter­lie­gen­den Nutz­flä­chen nicht über­schrei­ten oder sie müs­sen einen tem­po­rä­ren Son­nen­schutz mit ei­nem Min­de­rungs­fak­tor von min­des­tens 75% auf­wei­sen. Für süd­ori­en­tier­te Fens­ter liegt die Gren­ze erst bei 25% der da­hin­ter­lie­gen­den Nutz­flä­chen.
  • Die Zu­luft­tem­pe­ra­tu­ren am Luft­aus­lass im Raum dür­fen 17° nicht un­ter­schrei­ten. Ei­ne gleich­mä­ßi­ge Durch­strö­mung al­ler Räu­me und in al­len Räu­men muss ge­währ­leis­tet sein (Lüf­tungs­ef­fi­zi­enz). Die Lüf­tung muss in ers­ter Li­nie auf Luf­t­hy­gie­ne aus­ge­legt sein (DIN 1946). Die Schall­be­las­tung durch die Lüf­tungs­an­la­ge muss sehr ge­ring sein (< 25 dBa).
  • Die Häu­ser müs­sen in je­dem Wohn­raum min­des­tens ei­ne öf­fen­ba­re Au­ßen­luft­öff­nung auf­wei­sen, ei­ne Durch­strö­mung der Woh­nung mit Au­ßen­luft muss mög­lich sein (freie Som­mer­küh­lung).

3. Der spe­zi­fi­sche Pri­mär­ener­gie­ein­satz für al­le Haus­halts­an­wen­dun­gen (Hei­zung, Warm­was­ser­be­rei­tung und Haus­haltss­trom) zu­sam­men darf nicht hö­her sein als 120 kWh/(m²a). Die Be­rech­nung er­folgt nach PHPP.

 

Fol­gen­de Grund­sät­ze gel­ten für den Bau von Pas­siv­häu­sern:

Wär­me­däm­mumg
Al­le opa­ken Bau­tei­le der Au­ßen­hül­le des Hau­ses sind so gut ge­dämmt, dass sie einen Wär­me­durch­gangs­ko­ef­fi­zi­en­ten (U-Wert) von max. 0,15 W/(m²K) ha­ben, d.h. pro Grad Tem­pe­ra­tur­un­ter­schied und Qua­drat­me­ter Au­ßen­flä­che ge­hen höchs­tens 0,15 Watt ver­lo­ren.

Pas­siv­haus-Fens­ter
Die Fens­ter (Ver­gla­sung ein­schließ­lich der Fens­ter­rah­men) sol­len einen U-Wert von 0,80 W/(m²K) nicht über­schrei­ten, bei g-Wer­ten um 50% (g-Wert = Ge­sam­t­ener­gie­durch­lass­grad, An­teil der für den Raum ver­füg­ba­ren So­la­r­ener­gie).

Lüf­tungs­wär­me­rück­ge­win­nung
Die Kom­fort­lüf­tung mit der hoch­wirk­sa­men Wär­me­rück­ge­win­nung be­wirkt in ers­ter Li­nie ei­ne gu­te Raum­luft­qua­li­tät - in zwei­ter Li­nie dient sie der Ener­gie­ein­spa­rung. Im Pas­siv­haus wer­den min­des­tens 75% der Wär­me aus der Ab­luft über einen Wär­me­über­tra­ger der Fri­schluft wie­der zu­ge­führt.

Luft­dicht­heit des Ge­bäu­des
Die Lecka­ge durch un­kon­trol­lier­te Fu­gen muß beim Test mit Un­ter-/ Über­druck von 50 Pas­cal klei­ner als 0,6 Haus­vo­lu­men pro Stun­de sein.

Wär­me­brücken­frei­heit
Al­le Kan­ten, Ecken, An­schlüs­se und Durch­drin­gun­gen müs­sen be­son­ders sorg­fäl­tig ge­plant und aus­ge­führt wer­den, um Wär­me­brücken zu ver­mei­den. Wär­me­brücken, die nicht ver­mie­den wer­den kön­nen, müs­sen so­weit wie mög­lich mi­ni­miert wer­den.