Wohnen im Klimawandel – Extrem oder Normal?

Wohnen im Klimawandel – Extrem oder Normal?

Beim 63. Wohnsymposium über die Zukunft des Wohnens stand diesmal das Thema „Wohnen im Klimawandel – Extrem oder Normal“ im Sky Conference der RBI in Wien zur Diskussion. Dazu eingeladen hatte wieder der Standard, der Fachverband der gemeinnützigen Bauträger GBV, Raiffeisen Bausparkasse, der Fachverband Steine-Keramik und das Fachmagazin WohnenPlus.

Damit Österreich seine Klimaziele erreichen kann, sind Wohnwirtschaft und Wohnpolitik massiv gefordert. Die Notwendigkeit zum Energiesparen und steigende Temperaturen verlangen auch von Bewohnern Änderungen in ihrem Alltag. Benötigt werden neben strengeren Klimaauflagen innovative Technologien und Strategien zur Anpassung.

Univ.-Prof. DI Dr. Stefan Schleicher vom Wegener Zentrum für Klima und Globalen Wandel in Graz hatte zum Einstieg in das Spannungsfeld vor allem betont, dass die notwendigen Veränderungen vor allem als Chance und nicht als Belastung zu sehen sind. Eine Belastung wird es vielmehr dann, wenn wir nicht entschieden sehr ambitionierte Maßnahmen in allen Sektoren und ganz besonders im Gebäudesektor setzen.

Die Vertreter der  gemeinnützigen Bauträger verwiesen hingegen bei ihren Statements, wie erwartet, auf die kurzfristige Sicht der Leistbarkeit und dass sie ihrer Meinung nach eh schon alles dafür machen würden. Die Standards hingegen weiter zu verbessern war in dieser Runde eher nicht gefragt, stattdessen setzt man ganz die Hoffnung auf die Umwandlung der sozialen Wohnbauten zu Kraftwerken.

Niederösterreich fokussiert sich mit dem „Raus aus dem Öl“ auf den Wechsel des Energieträgers, wie Dr. Martin Eichtinger, neuer Landesrat für Wohnbau in Niederösterreich, ausführte. Die derzeitige NÖ. Wohnbauförderung setzt auf das Thema Leistbarkeit, ohne jedoch die Senkung des Energieverbrauches – welcher speziell durch das massive Neubauvolumen wieder steigt - ausreichend in Betracht zu ziehen.

Unsere Bauträger sind die Besten
Aufhorchen ließ dann aber Georg Willi, Bürgermeister von Innsbruck, als er gleich zu Beginn seines Diskussionsbeitrages selbstbewusst betonte, „Unsere Bauträger sind die Besten!“. Was umgehend zu einem leisen Murren unter den fast ausschließlichen Bauträgern aus Ostösterreich führte. Als Willi jedoch in seiner Rede fortführte: „Die Bauträger in Innsbruck bauen ALLE selbstverständlich ausschließlich NUR noch in Passivhaus-Standard zum Wohle der Bewohner. Und natürlich zu leistbaren Mieten, wie nun das 5 Euro Warmmiete Wohnhaus in Schwaz und weitere Bauvorhaben eindrucksvoll unter Beweis stellen“, verstummten die Vertreter der GBV schnell. Wie eine Studie nun zeigt, wird Innsbruck auch die erste Landeshauptstadt sein, die eine Wärmewende zu einer hundert Prozent erneuerbaren Wärmeversorgung schaffen wird. Und dies natürlich sozial verträglich und zum Vorteil der Bewohner.

Mehr zum Thema:
Interview mit Willi und Eichtinger in derStandard
Bericht im Standard zum Wohnsymposium

Titelfoto (v.l.n.r): Bürgermeister Georg Willi, Landesrat Martin Eichtinger und Moderator Eric Frey; Credits: Passivhaus Austria

Montag, 25 Februar, 2019