Mit begrünten Gebäuden gegen Hitze

Mit begrünten Gebäuden gegen Hitze

Der Name ist Programm bei GRÜNSTATTGRAU: Bei der Eröffnung des ersten mobilen Experimentierraums für Bauwerksbegrünung „MUGLI“ am Wiener Hauptbahnhof präsentiert das Start-up seine Zielsetzung: 20 % der Potenzialflächen in Innerfavoriten zu begrünen. Mit diesem groß angelegten Projekt wird Bauwerksbegrünung erstmals breitenwirksam im Bestand umgesetzt.

Extreme Wetterereignisse, wie Hitze und Starkregen, nehmen immer mehr zu – mit großen Auswirkungen, vor allem in urbanen Gebieten: u.a. Asphalt, Beton, Glas heizen sich auf und können das Wasser bei starken Regenfällen nicht aufnehmen. „Hier setzt unser Innovationslabor an: Bauwerksbegrünung hilft, diese und weitere drängende Herausforderungen in unseren Städten zu lösen“, so Vera Enzi, eine der beiden Geschäftsführerinnen von GRÜNSTATTGRAU.

Kretaviertel in Wien-Favoriten: Begrünung für 20 % des Gebäudepotenzials
Im dicht bebauten und bevölkerungsreichen Viertel nordöstlich vom Reumannplatz in Wien-Favoriten wird es bald erste spürbare Veränderungen geben. Wenig Bäume und Grünflächen im Straßenraum lassen derzeit im Sommer sogenannte „urbane Hitzeinseln“ entstehen. "Mehr Grün bedeutet mehr Lebensqualität. Deswegen erhält die Initiative vom Bezirk volle Unterstützung. Das Kreta-Viertel als Zielgebiet wird von den positiven Effekten der Bauwerksbegrünung profitieren." so Marcus Franz, Bezirksvorsteher von Wien-Favoriten.

Das Team von GRÜNSTATTGRAU steht in regem Austausch mit HauseigentümerInnen, weiteren AkteurInnen und NetzwerkpartnerInnen vor Ort, um Interessierte zu beraten und Begrünungen anzustoßen. „Soeben haben wir unser Projekt "Favorite Jewel" in der Neilreichgasse fertig gestellt, welches den ersten Grünakzent der Ulreich Bauträger Gmbh im Grätzel setzt. Im nächsten Projekt Quellenstraße 22 werden wir auf noch mehr Grün in Favoriten setzen - weil wir es nicht nur unseren KundInnen, sondern auch der Umwelt in Favoriten schuldig sind!" so Hans Jörg Ulreich, Geschäftsführender Gesellschafter von Ulreich Bauträger GmbH.

Neben dem Pionier-Projekt bestehen bereits weitere erste Zusagen für Umsetzungen von Gebäudebegrünung im Zielgebiet von weiteren BauträgerInnen. Ziel ist es, dass so bis zum Jahr 2022 ein Fünftel des verfügbaren Potenzials begrünt wird. Auch in anderen Teilen Österreichs ist das Innovationslabor GRÜNSTATTGRAU aktiv: Partnerschaften bestehen bereits mit Graz, St. Pölten, Linz sowie dem Land Vorarlberg.

Service-Angebote und Aktivitäten des Innovationslabors: von der Idee bis zur Umsetzung
Mit seinem Service-Angebot richtet sich das Innovationslabor an unterschiedliche AkteurInnen – von Stadtverwaltungen über Wissenschaft und Wirtschaft bis hin zu BauherrInnen und BewohnerInnen. Ein wichtiges Anliegen ist es dabei stets Technologien in die Praxis zu überführen und Wissen einfach zugänglich zu machen. Um Innovationen aktiv voranzutreiben ist das Team derzeit in der Entwicklung und Begleitung von über 10 Forschungsprojekten tätig. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Strategie- und Innovationsberatung für neue Produkte und Projekte. Wer ein konkretes Projekt plant oder erst die Machbarkeit analysieren möchte und eine Fassade oder ein Dach mit Begrünung gestalten möchte, kann ebenfalls die Angebote von GRÜNSTATTGRAU in Anspruch nehmen: Eine technische Erstberatung ist ebenso möglich, wie die Vermittlung passender Produkte, Umsetzungspartner und Dienstleistungen. Auch Qualitätssicherung durch Zertifizierungen ist ein zentrales Thema der Kompetenzstelle. All jene, die mehr über Bauwerksbegrünungen, Möglichkeiten und Hintergründe erfahren möchten, können eine Weiterbildung oder Exkursion von GRÜNSTATTGRAU buchen. Mit MUGLI hat das Innovationslabor Österreichs ersten mobilen Experimentierraum für Bauwerksbegrünung hervorgebracht: Unternehmen demonstrieren und erproben unterschiedliche Technologien und der Schauraum dient der Bewusstseinsbildung und Information.

Know-How-Austausch: Neues, interaktives Webportal online
Zentraler Baustein ist die neu gelaunchte Website www.gruenstattgrau.at, die alle relevanten Hintergründe und Inhalte rund um urbane Bauwerksbegrünung auf kompakte Weise versammelt. Interessierte finden dort Informationen zu den Leistungen und Eigenschaften von Bauwerksbegrünung, Step-by-Step-Anleitungen und Tools sowie Infos zu den verschiedenen Technologien und Innovationen an Fassade, Dach und im Innenraum. Wer ein konkretes Begrünungsvorhaben plant, erhält über den greening-check spezifische Informationen über technische und finanzielle Anforderungen. Noch heuer wird die Website um Datenbanken zu digital verortenden Best Practice-Projekten, Unternehmen, Kompetenzen und Produkten ergänzt. PartnerInnen des Innovationslabors vernetzen sich über die Plattform und initiieren neue Kooperationen und Innovationen.

Starkes Netzwerk aus über 300 PartnerInnen
„Basis für den Erfolg des Innovationslabors ist die starke Verwurzelung und die intensive Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks aus über 300 PartnerInnen aus heterogenen Branchen, die sich gegenseitig beflügeln“ so Susanne Formanek, ebenfalls Geschäftsführerin von GRÜNSTATTGRAU. Eine große Anzahl von Wirtschaftsunternehmen, Städten und Gemeinden sowie ForschungspartnerInnen sind bereits mit an Bord, bringen sich ein und tragen aktiv dazu bei, dass Österreichs Städte stetig „grüner“ werden. Das Innovationslabor GRÜNSTATTGRAU steht zu 100 % im Eigentum des gemeinnützigen Verbandes für Bauwerksbegrünung. Im Rahmen des Förderprogramms „Stadt der Zukunft“ der FFG ist das Innovationslabor bis zum Jahr 2022 gefördert. Theodor Zillner vom Bundesministerium für Verkehr, Infrastruktur und Technologie (BMVIT): „Um in wichtigen Zukunftsfeldern die Zusammenarbeit und Vernetzung noch stärker zu unterstützen, hat das BMVIT gemeinsam mit der FFG das Instrument ‚Innovationslabor‘ aus der Taufe gehoben. Im Bereich der Bauwerksbegrünung werden damit Open Innovation-Prozesse in Gang gesetzt und angewandte Forschung mit realen Umsetzungen erzielt.“

Titelfoto v.ln.nr.: Karin Büchl-Krammerstätter (MA22), Susanne Formanek (GRÜNSTATTGRAU), Theo Zillner (BMVIT), Vera Enzi (GRÜNSTATTGRAU), Marcus Franz (Bezirksvorsteher Favoriten); Credits: GRÜNSTATTGRAU

 

Freitag, 10 August, 2018