Wien zeigt, wie energieeffizientes Bauen geht

Wien zeigt, wie energieeffizientes Bauen geht

„Passivhaus für alle“ ist das Schwerpunktthema der 21. Internationalen Passivhaustagung in Wien. Dabei geht es um energieeffizientes Bauen der Gegenwart und Zukunft. Ob Kitas, Studentenwohnheime, Mehrfamilienhäuser oder Bürogebäude, Wien setzt seit Jahren auf den Passivhaus-Standard. Zahlreiche Workshops, speziell auch für Kommunen, ein Bauherren-Forum sowie Exkursionen mit Bus und U-Bahn runden das umfangreiche Programm ab. Die Passivhaustagung samt Fachausstellung findet am 28. + 29. April 2017 im Messe Wien Congress Center statt.

„Auf dieser Tagung wird erkennbar werden, dass sich seit dem Bau des ersten Passivhauses vor etwas mehr als 25 Jahren sehr viel getan hat. Heute gibt es auf der ganzen Welt Passivhäuser in ganz unterschiedlichen Designvarianten und für ganz vielfältige Nutzungen, mit einer oder mehreren Wohnungen, für Studenten, Familien oder Senioren. Passivhäuser existieren auch als Kindergärten, Schulen und Bürogebäude. Dafür gibt es gerade in Wien viele gute Beispiele“, erklärt der Leiter des Passivhaus Instituts, Prof. Dr. Wolfgang Feist. Das Passivhaus Institut mit seinen zwei Standorten in Darmstadt und Innsbruck ist Ausrichter der Internationalen Passivhaustagung sowie der angeschlossenen Fachausstellung.

Wien setzt Maßstäbe  
Die österreichische Hauptstadt setzt seit Jahren auf energieeffizientes Bauen. In Wien eröffnete 2013 das Hochhaus RHW.2, das mit seinen 20 Stockwerken bis heute weltweit höchste Passivhaus. In Wien entstand zudem die erste Passivhaus-Siedlung Eurogate mit 800 Wohneinheiten. Seitdem sind zahlreiche Stadtquartiere und Siedlungen als Passivhäuser hinzugekommen. Mit Altbausanierungen im Passivhaus-Standard hat die Stadt ebenfalls Erfahrung. Im angrenzenden Niederösterreich werden öffentliche Bauten seit 2008 als Passivhäuser errichtet, darunter ein Justizzentrum. An Universitäten und anderen Bildungsreinrichtungen werden Passivhaus-Experten ausgebildet.

Temporäres Wohnen in PopUp dorms
In der Wiener Seestadt Aspern sind sogenannte PopUp dorms für Studenten entstanden. Diese optisch ansprechenden Holzboxen im Passivhaus-Standard können flexibel auf- und abgebaut werden. Sie stehen auf Grundstücken der Stadt, die frühestens in fünf Jahren bebaut werden. Bis dahin wohnen die Studenten dort - klimafreundlich und preiswert. „Das Passivhaus ist eine nachhaltige und kostenoptimale Lösung für das ʻNearly Zero Energy Buildingʼ. Weil das überall funktioniert, bietet sich hier eine Chance zur Umsetzung der Klimaschutzziele bei gleichzeitig hohem Wohnkomfort“, erläutert Prof. Dr. Feist.

Arbeitsgruppe zu Hochhäusern im Passivhaus-Standard
Für die anschließenden Vorträge haben sich an den beiden Tagungstagen über 100 Referenten aus rund 50 Länden angekündigt. In 16 Arbeitsgruppen fokussieren sie Schwerpunktthemen des energieeffizienten Bauens, darunter weltweite Hochhäuser im Passivhaus-Standard, Passivhäuser und erneuerbare Energie, Passivhäuser in verschiedenen Klimazonen sowie Sanierungen zum Passivhaus-Standard. Die große Passivhaus-Party findet am Freitagabend im Naturhistorischen Museum in Wien statt.

Passivhaus-Fachausstellung
Führende Anbieter von Passivhaus-Komponenten sind auf der gleichzeitig stattfindenden zweitägigen Passivhaus-Fachausstellung vertreten. Sie präsentieren ihre Komponenten für Neubauten und Modernisierungen. Dazu gehören Fenster und Türen, Wärmedämmung sowie Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung.

Kostenloses Forum für private Bauherren
Auch für private Bauherren ist die Fachausstellung auf der 21. Internationalen Passivhaustagung gedacht. Sie können sich zusammen mit ihren Familien beim Bauherren-Forum am Tagungssamstag kostenlos über energieeffizientes Bauen informieren. Dafür stehen als Gesprächspartner neben den Passivhaus-Experten auch private Bauherren Rede und Antwort.

Kostenloser Workshop für Studenten und Kommunen
Im Vorfeld der Tagung finden bereits von Montag bis Donnerstag, 24. bis 27. April 2017, insgesamt neun Workshops statt, darunter der Kompaktkurs „Passivhaus – ein Beitrag zum Klimaschutz“. Für Studenten und kommunale Vertreter ist die Teilnahme an diesem Workshop kostenlos. Weitere Themen sind energieeffiziente Warmwassersysteme, Kühlung und Entfeuchtung sowie Inbetriebnahme und Betriebsoptimierung. Zudem gibt es Kurse zu den Passivhaus-Planungstools PHPP und designPH.

Exkursionen per Bus und U-Bahn  
Im Anschluss an die Tagung können die Teilnehmer am Sonntag, 30. April 2017, zwischen sechs Bus-Exkursionen zu interessanten Passivhaus-Projekten wählen. Eine weitere Tour zu Passivhaus-Wohnbauten und Studentenwohnheimen findet per U-Bahn statt. Bei dieser Tour werden auch die PopUp dorms in der Wiener Seestadt Aspern besichtigt. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Alle deutschen Vorträge werden simultan ins Englische übersetzt. Der Frühbucherrabatt gilt bis zum 20. Februar 2017.

 

Titelfoto: Mehrfamilienhaus Uttendorfgasse, Wiens erstes Passivhaus; Credtis: Passivhaus Austria

Dienstag, 31 Januar, 2017