Weltweit erstes Passivhaus-Plus-Studentenheim zertifiziert

Weltweit erstes Passivhaus-Plus-Studentenheim zertifiziert

Von außen ist kaum erkennbar, welche Meisterleistung an nachhaltiger Architektur, energieeffizienter Gebäudehülle und Haustechnik sowie Sonnenenergiegewinnung sich hinter diesen Mauern verbirgt. Dafür wurde das Studierenden-Wohnheim GreenHouse am Freitag offiziell als weltweit erstes Passivhaus-Plus-Studentenheim ausgezeichnet.

Drei Heimträger, die OeAD-WohnraumverwaltungsGmbH (OeAD-WV), die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte (WBV-GPA) und die Österreichische Jugendarbeiterbewegung (ÖJAB), haben sich hier erstmals zusammengeschlossen, um in einem neuen Stadtteil ein zukunftsweisendes Projekt gemeinsam zu verwirklichen – ein hocheffizientes Passivhaus für 313 österreichische und internationale Studierende. Die WBV-GPA hat dabei auch die Funktion des Bauträgers und Errichters übernommen. Die Heimleitung des gesamten GreenHouses liegt in den Händen der ÖJAB.

In drei Baukörper klar gegliedert, fügt sich das GreenHouse sanft in die Häuserzeilen der Sonnenallee ein. Die Energieträger der Zukunft für diesen Stadtteil sind Sonnenenergie, die Energie aus der Luft und zum Zeitpunkt der Entwurfsplanung Geothermie. Daher besteht das GreenHouse aus drei Häusern: Sonne (OeAD-WV), Luft (WBV-GPA), Erde (ÖJAB). Das verbindende Element ist das Wasser, dem die Gemeinschafts- und Erschließungsräume zugeordnet sind.

Komfort pur im Passivhaus Plus GreenHouse
Drinnen herrscht reges Treiben von Studierenden auf den Fluren des GreenHouse zwischen den 261 Wohneinheiten, Gemeinschaftsräumen zum Kochen und Lernen, Sauna-, Musik- und Fitnessräumen, dem Waschsalon, dem Garten mit Obstbäumen oder Abends im Partyraum mit Retro-Charme mit seinen 10 Sitzen vom alten Rapid Stadion. Die Studierenden genießen die vielen Annehmlichkeiten im barrierefreien Wohnheim in der Seestadt Aspern. Vor allem aber lernen diese Studenten aus aller Welt sehr rasch den unvergleichlich höheren Komfort durch den Passivhaus-Standard schätzen, während die Heimbetreiber dank der sehr niedrigen Energie- und Wartungskosten leicht cool bleiben können.

Das Studierenden-Wohnheim an der Flaniermeile der Seestadt bietet ein differenziertes Angebot an verschiedenen Wohnformen - 216 Einzelzimmer, 30 Doppelzimmerplätze und 67 WG-Zimmerplätze. Die Zimmer haben eine durchschnittliche Größe von ca. 20m² und verfügen über Bad und eine Küchenzeile, sowie TV- und Internetanschluss. Durch die drei unterschiedlichen Heimbetreiber besteht eine interessante Durchmischung der BewohnerInnen und damit auch ein wichtiger Impuls für den neuen Stadtteil.

Ideale Kombination aus Effizienz und erneuerbaren Energien
Das GreenHouse ist von der aap.architekten ZT-GmbH als Passivhaus konzipiert mit dem Ziel, das erste Passivhaus-Plus-Studierenden-Wohnheim der Welt zu werden. Dazu wurden neben einer hocheffizienten, bedarfsgesteuerten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, einer optimierten Gebäudehülle und einer größtmöglichen Photovoltaik-Anlage vor allem alle stromverbrauchenden Komponenten optimiert und Standby-Funktionen vermieden. Zwei energieoptimierte Rotationswärmetauscher gewinnen 85 Prozent der Wärme sowie die notwendige Luftfeuchtigkeit im gesamten Haus zurück. Die Aufzüge arbeiten mit Bremsrückgewinnungsenergie und kommen ohne Öl und Maschinenraum aus.

Im Zuge eines Forschungsprojekts wird der Stromüberschuss der Photovoltaik-Anlage in Batterien gespeichert und bei Bedarf dem Studierenden-Wohnheim wieder zugeführt. Ob das GreenHouse tatsächlich ein Null-Energie-Studentenheim ist, wird das begleitende Monitoring zeigen.

„Die Kombination aus Effizienz und erneuerbaren Energien ist auch bei großen Studentenwohnheimen die zukunftsfähige Lösung – das zeigt das GreenHouse in der Seestadt Aspern mit dem Zertifikat ‚Passivhaus Plus‘ eindrucksvoll“, freut sich Prof. Dr. Wolfgang Feist vom Passivhaus Institut. Und weiter, „Grundlage dieses Konzepts ist nicht eine bloß theoretische, für die Anwendung in der Praxis irreführende Jahresenergiebilanz. Betrachtet wird die tatsächliche regionale und jahreszeitliche Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie. Auf diese Weise wird ein vollständig nachhaltiges Versorgungssystem möglich“.

Freitag, 29 April, 2016