TU Wien gewinnt Solar Decathlon

TU Wien gewinnt Solar Decathlon

Das von der Technischen Universität (TU) Wien angeführte Team Austria hat den "Solar Decathlon" in Los Angeles den ersten Platz erzielt. Das Team aus Österreich konnte sich beim erstmaligen Antritt gleich gegen 19 Universitäts-Teams durchsetzen.

Solar Decathlon ist der anspruchsvollste universitäre Wettbewerb im Bereich des nachhaltigen Bauens. Seit 2002 sucht er biennal nach energieautarken Gebäuden für das Wohnen in der Zukunft. Für den Durchgang 2013 wurden von 130 Bewerbern zwanzig Universitäten und Hochschulen ausgewählt, ihre Visionen vorzustellen. Die TU Wien qualifizierte sich als eines von zwei europäischen Teams. Das Team Austria ging mit dem Hofhaus LISI (Living Inspired by Sustainable Innovation) an den Start. Die textile Außenfassade passt sich flexibel den Bedürfnissen der Bewohner an und erfüllt alle Anforderungen an ein Hightech-Plusenergie-Haus.

„Solar Decathlon ist eine Chance, Österreich international als konkurrenzfähiges Land bei einer der größten Herausforderungen unserer Zeit zu positionieren“, sagt die Projektverantwortliche Karin Stieldorf, Arbeitsgruppe für Nachhaltiges Bauen am Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien. Ausschlaggebend für die Entwicklung des Hofhauses ist der weltweit steigende Bedarf an kompaktem, leistbarem und energieeffizientem Wohnraum im städtischen Randbereich. „Die Studierenden des Team Austria entwarfen und entwickelten drei Semester lang eine Vielzahl von Konzepten zu unterschiedlichen Themen, zum Beispiel Grundriss, Innenraum und Fassade“, erklärt sie den Entstehungsprozess. „Die besten Ideen wurden nach Absprache mit Experten – Statikern, Bauphysikern oder Fachfirmen – in den Entwurf aufgenommen.“

Das Besondere am Solar Decathlon ist der Praxisbezug: Die Prototypen werden gebaut und zehn Tage lang öffentlich auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Wie beim olympischen Zehnkampf (engl. „Decathlon“) werden sie in zehn Kategorien bewertet. Jenes Team gewinnt, das Faktoren wie gestalterische Qualität, Wohnqualität und Leistbarkeit am überzeugendsten mit optimaler Energieeffizienz verbindet. Die Häuser dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken, das Warmwasser wird von der Sonne erwärmt.

"Dies ist ein enormer Gewinn für die nachhaltige Energiewende im Gebäudesektor - in Österreich, in den USA, und in der ganzen Welt," gratuliert Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria. Dies werde in der universitären Ausbildung wie auch im gesamten Bauwesen selbst positive Folgen haben, ist Lang überzeugt.

Sonntag, 13 Oktober, 2013