sozial - ökologisch - ökonomisch

sozial - ökologisch -  ökonomisch

An den weltweit stattfindenden Tagen des Passivhauses von 10. bis 12. November, laden in ganz Österreich 120 Passivhäuser zur Besichtigung ein und zeigen, wie nachhaltiges und leistbares Wohnen möglich ist. In diesem Jahr stehen wieder mehrere hundert Neubauten sowie energetische Sanierungen in Passivhaus-Standard weltweit zur Besichtigung offen. In Wien öffnet unter den 17 Besichtigungsobjekten diesmal ein ganz besonders bemerkenswertes Passivhaus seine Türen: das Gebäude in der Hagenmüllergasse in Wien.

Die Wiener Sozialorganisation neunerhaus, die wohnungs- und obdachsuchenden Menschen ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben ermöglicht, ist dieses Jahr mit dem Wohnprojekt neunerhaus Hagenmüllergasse vertreten. Bei diesem Projekt wird das menschenwürdige Wohnen ermöglicht. Die Wohnungen sind auf die individuellen Anforderungen der BewohnerInnen abgestimmt.

„Die Frage nach leistbarem Wohnen, speziell in Hinblick auf nachhaltig leistbares Wohnen unter Einrechnung der Energie- und Betriebskosten, ist von entscheidender Bedeutung für unsere BewohnerInnen“, so Mag. Markus Reiter, neunerhaus Geschäftsführer.

Mit dem mehrmals ausgezeichneten Passivhaus Hagenmüllergasse, Staatspreisträger im Jahre 2017 (Kategorie: Architektur und Nachhaltigkeit) und Bauherrenpreis im Jahre 2016, zeigt der Verein neunerhaus gemeinsam mit dem gemeinnützigen Bauträger WBV-GPA auf, wie soziales Engagement und Klimaschutz sich verbindet. Wohnkomfort und Energieeffizienz kann und muss für jeden Menschen ein leistbares Grundrecht sein.

„Die WBV-GPA Wohnbauvereinigung für Privatangestellte ist stolz dieses Sozialprojekt im Rahmen der Wiener Wohnbauförderung als Passivhaus gemeinsam realisiert haben zu können“, sagt KommRat Mag. Michael Gehbauer.

Während im alten neunerhaus Hagenmüllergasse im Jahre 2011 damals 56 BewohnerInnen Obdach fanden, finden im neuen Haus 79 BewohnerInnen eine würdige Unterkunft. Die Energie- und Betriebskosten haben sich aber bereits im ersten Jahr mehr als halbiert. Mehr über das neunerhaus unter: www.neunerhaus.at

Das neunerhaus Hagenmüllergasse wird im Rahmen der Tage des Passivhauses am Freitag, den 10.11.2017 von 10:00 – 12:00 Uhr zu besichtigen sein.

Jetzt 120 Mal in ganz Österreich Passivhäuser mit sozialer Verantwortung erleben
Zu sehen sind sowohl privat bewohnte Passivhäuser, Bürobauten, Kindergärten, Universitäten, Gemeindezentren, Supermärkte, Sporthotels und Schwimmbäder, und auch weitere soziale Einrichtungen. Das „Haus des Lernens“ der GESA in St. Pölten dient zur Ausbildung von Langzeitarbeitslosen und wurde mit nachwachsenden Baustoffen in Passivhaus-Standard errichtet. Sämtliche öffentlichen Gebäude der Stadt Innsbruck werden von der IIG Innsbrucker Immobilien GmbH & Co KG als zertifizierte Passivhäuser errichtet oder wie das Seniorenwohn- und Pflegeheim Pradl in Innsbruck auf zertifizierten EnerPHit-Standard saniert.

Bei den Besichtigungen wird schnell deutlich, was ein Passivhaus auszeichnet: Die Bauherren profitieren vom Passivhaus-Standard vor allem wirtschaftlich; die Investitionen sind kaum höher, doch die monatlichen Heizkosten reduzieren sich dauerhaft auf vernachlässigbare Werte. Außerdem ist die Luftqualität nachweislich besser als in konventionellen Gebäuden, Allergiker können wieder durchatmen. Schimmelbildung durch zu feuchte Innenluft ist ausgeschlossen.

Auch die Kirche St. Franziskus in Wels wurde bereits 2004 als Passivhaus in Holzbauweise mit Photovoltaikfassade und Solarkollektoren als „KraftWerk Kirche“ errichtet und war somit wegweisend für die Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus.

Künftige Regierung muss sofort bei Klimaschutz handeln
Österreich hat sich 2015 wie 193 anderen Nationen mit dem Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet, den Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts auf unter 2°Celsius, möglichst 1,5°Celsius zu begrenzen. Zwei Jahre später findet nun in Bonn die COP23 Klimakonferenz statt und Österreich hat seit 2015 keine weiterführenden Maßnahmen umgesetzt. Österreichs CO2-Emissionen steigen sogar.

„Machen wir jedoch so weiter, wird bereits vor dem Ende der nächsten Legislaturperiode unser gesamtes noch verfügbares CO2-Budget für das 1,5°Celsius-Ziel aufgebracht sein! Die österreichische Regierung muss jetzt sofort eine mutige Energie- und Klimastrategie umsetzen“, fordert Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria.

Und weiter: „Dass dies noch möglich ist, zeigen seit 20 Jahren im Gebäudesektor u.a. dieses Obdachlosenhaus genauso wie alle anderen 120 Besichtigungsobjekte während der Tage des Passivhauses“. Es ist an der Zeit, dass Passivhaus zum Baustandard wird.

„Der Passivhaus-Standard ist auch weltweit der erforderliche Weg, um das Pariser Klimaschutzabkommen umzusetzen - so lässt sich die Emission von Klimagasen effizient, sozialverträglich und wirtschaftlich vermeiden“, erläutert der Mit-Initiator der Tage des Passivhauses, Prof. Wolfgang Feist von der Universität Innsbruck.

Passivhäuser und erneuerbare Energie sind das perfekte Paar. Mit den neuen Klassen Passivhaus Plus und Passivhaus Premium wird der noch verbleibende Energiebedarf effektiv durch die eigene Solaranlage kompensiert.

Besucher können gewinnen - #iPHopendays
Wer eine Besichtigung an den Tagen der offenen Tür im November wahrnimmt, der kann eine Übernachtung im Passivhaus-Hotel am Gardasee oder im Alpenraum gewinnen. Einfach ein Bild des eigenen Besuchs im Passivhaus auf Twitter oder Facebook mit dem Hashtag #iPHopendays veröffentlichen und schon nehmen die Einsender an der Verlosung teil.

Mehr als 100.000 Menschen haben seit 2004 bei den "Tagen des Passivhauses" die Möglichkeit genutzt, die Vorzüge des Passivhauses "hautnah" zu erleben. Die "Tage des Passivhauses" sind eine Initiative der Netzwerke iPHA (International Passive House Association) und "Passivhaus Austria", sowie weiterer internationaler Partner.

 

Titelfoto: neunerhaus Hagenmüllergasse; Fotocredits: Johanna Rauch

Dienstag, 7 November, 2017