Radiobericht über Passivhaustagung

Die 18. Internationale Passivhaustagung in Aachen hat viel Aufmerksamkeit erhalten. Auch im Radio berichtete der Deutschlandfunk über die neuesten Entwicklungen am Passivhaus-Sektor.

Unter folgendem Link können Sie sich den vollständigen Beitrag anhören bzw. nachlesen:

Passivhäuser als Massenware - Deutschlandfunk

 

Nachfolgend finden Sie Auszüge aus dem Beitrag den der Deutschlandfunk am 28.04. ausgestrahlt hat:

Teilnehmer aus 45 Ländern besuchten die Tagung in Aachen - und sie berieten darüber, wie es zu einem Massenprodukt werden kann. Professor Wolfgang Feist, der Chef des Passivhaus-Instituts in Darmstadt:

"Ein Passivhaus ist ein ganz gewöhnliches Haus, das aber so gebaut ist, dass es kaum noch Heizenergie braucht. Das wird dadurch erreicht, dass man besonders gute Fenster verwendet, die Wärmedämmung verbessert und Wärme zurückgewinnt aus der verbrauchten Luft."

Richtig konstruiert, kommt es mit gerade einmal einem Zehntel der Heizenergie aus, die ein gewöhnliches Haus benötigt. Wolfgang Feist schätzt, dass die Mehrkosten für den besseren Wärmeschutz nur noch bei vier bis neun Prozent liegen, was durch die niedrigeren Aufwendungen für die Heizung nach einigen Jahren wieder ausgeglichen werde. Die immer größeren Stückzahlen bei Fenstern, Dämmungen und Lüftungsanlagen sorgten dafür, dass das Konzept nicht mehr auf das Luxussegment beschränkt ist. Bei Fenstern zum Beispiel wurde die Dreifachverglasung für das Passivhaus entwickelt, inzwischen ist sie in Deutschland allgemein zum Standard geworden.

40 Prozent der in Deutschland erzeugten Energie wird für die Heizung verwendet, sparsame Neubauten und ehrgeizige energetische Sanierungen gehören zu den kostengünstigsten Maßnahmen im Klimaschutz überhaupt. Diana Ürge-Vorsatz vom Center for Climate Change and sustainable Energy Policy in Budapest fordert strikte Standards für den Energiebedarf bei Neubau und Renovierung.

"Wenn Sie ein Haus renovieren oder ein Haus bauen, dass nicht den aktuellen Möglichkeiten in Bezug auf die Energieeffizienz entspricht, dann bedeutet das, dass dieses Gebäude seine Emissionen für viele Jahre und Jahrzehnte nicht verringern wird."

Es sei besser, eine energetische Sanierung aufzuschieben als sie nur halbherzig umzusetzen, denn ein einmal saniertes Gebäude werde meist noch lange Zeit genutzt. Staatliche Förderprogramme mit geringen Anforderungen an die Energieeffizienz schadeten sogar mehr als sie nutzten, sie sollten verschärft oder, wenn das nicht geht, besser abgeschafft werden.

Die Politik in Deutschland sei bei der Förderung extrem effizienter Gebäude bisher viel zu zögerlich, klagt Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel. Dabei könne eine Sanierungsoffensive den Klimaschutz innerhalb weniger Jahrzehnte entscheidend voranbringen.

Mittwoch, 30 April, 2014