PH-Checkliste

(Aus dem Protokollband 18 des Arbeitskreises Kostengünstige Passivhäuser)

Legende: * Qualitätssicherung notwendig

1 Bebauungsplan

  • Anschluß ÖPNV
  • Südorientierung der Hauptfassaden (± 30°) und große Süd-Fensterflächen
  • Verschattungsfreiheit für passive Solarenergienutzung
  • Beschattungsfreie Bepflanzung
  • Kompakte Bauformen möglich?
  • Gereihte Gebäude vorteilhaft


2 Vorplanung

  • Kompakte Baukörper; Anbaumöglichkeiten nutzen
  • Verglasungsflächen nach Süden sind optimal, Ost/West/Nordfenster klein halten.
  • Verschattungsfreiheit (keine bzw. sehr wenig Schatten im Winter durch Brüstungen, Vorbauten, Balkone, Dachüberstände, Trennwände,...)Einfache Hüllflächenstruktur (möglichst ohne Gauben, Versatz,...)
  • Grundriß: Installationszone konzentrieren (z.B. Bäder über oder neben Küche)
  • Notwendige Lüftungskanäle berücksichtigen
  • Abtrennung evtl. vorhandenes Kellergeschoß: luftdicht, wärmebrückenfrei
  • * PHVP (Passivhaus Vorprojektierung) einsetzen
  • * designPH - Entwurf am realitätsnahen 3D-Modell prüfen
  • Fördermittel für PH z.B. der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) prüfen und beantragen


3 Genehmigungsplanung

  • Dämmdicken der Hülle einplanen
  • Wärmebrücken vermeiden
  • Raumbedarf für Haustechnik einplanen
  • Grundriß: kurze Leitungsführungen (Warmwasser, Kaltwasser, Abwasser) und kurze Lüftungskanäle.
  • Kaltluftkanäle außerhalb der Hülle; warme Leitungen innerhalb der Hülle.


4 Ausführungsplanung Baukörper

  • Hochgedämmte Regelkonstruktionen. (Regel: U 0,15 W/(m²K); U = 0,1 anstreben!)
  • *Wärmebrückenfreie Anschlußdetails: Berechnung oder wärmebrückenfreies Konstruieren
  • *Luftdichte Anschlußdetail
  • Fensteroptimierung (Verglasungsart, Superrahmen, Glasanteil, Sonnenschutz)
  • *Energiekennwertberechnung “Passivhaus Projektierungs-Paket” (PHPP) verwenden


5 Ausführungsplanung Lüftung

  • Kanalnetz: kalte Luftkanäle nicht innerhalb der Hülle; wenn, dann nur sehr kurz und hoch wärmegedämmt. Warme Luftkanäle nicht außerhalb der Hülle; wenn, dann nur sehr kurz und extrem gut wärmegedämmt.
  • Kurze Kanäle; glattwandig; Strömungsgeschwindigkeiten < 3 m/s
  • Meß- und Abgleichvorrichtungen einplanen; Schallschutz; BrandschutzLuftauslässe: Kurzschlußluftströme vermeiden; Wurfweite; Abgleichmöglichkeit
  • Abluftdurchlässe: nicht über Heizkörpern (falls vorhanden)
  • Überströmöffnungen auf Dp 1 Pa dimensionieren
  • Lüftung: Zentralgerät
    • Wärmetauscher nahe der thermischen Hülle aufstellen;
    • gute Aufstellungsmöglichkeiten sind in der Hülle oder im Untergeschoß.
    • Nachheizregister in der warmen Hülle.
    • Evtl. Zusatzdämmung von Zentralgerät und Nachheizregister.
    • Rückwärmzahl 75%; luftdicht (Umluft < 3%); Stromeffizienz (< 0,4 Wh/m3)
    • Regelbarkeit; Schalldämmung; gute Wärmedämmung Gehäuse.
  • Regelung der Lüftung: Nutzergesteuert "schwach","normal","stark"; Evtl. zusätzliche Bedarfsschalter in der Küche und in Bädern und Toiletten
  • Dunstabzugshauben: hoher Auffanggrad bei kleinem Volumenstrom; Fettfilter
  • Erdreichwärmetauscher optional
  • Luftdichtheit; Abstände kalter Leitungsteile vom Haus; Bypass (Sommer)


6 Ausführungsplanung übrige Haustechnik

  • Sanitär, Warmwasser: kurze Leitungen, gut gedämmt innerhalb der Hülle
  • Sanitär, Kaltwasser: kurze Leitungen, normal schwitzwasser-gedämmt
  • Warmwasser- und Heizungsarmaturen dämmen
  • Wasserspararmaturen; Warmwasseranschlüsse an Wasch- und Spülmaschinen
  • Abwasser: kurze Leitungen (nur ein Fallrohr), Unterdachbelüfter (bevorzugt) oder gedämmtes Entlüftungsrohr
  • Sanitär und Elektro: möglichst keine Durchdringungen der luftdichten Gebäudehülle; wo unumgänglich Dichtheit sicherstellen!
  • Energiesparende Haushaltsgeräte einsetzen
  • *Qualitätskontrolle Ausführung der gesamten Haustechnik durchführen


7 Ausführung, Bauleitung Baukörper

  • *Wärmebrückenfreiheit: Qualitätssicherungstermine auf der Baustelle
  • *Dämmarbeiten: Ununterbrochene Dämmschichten; Lufträume vermeiden
  • *Luftdichtheit: Anschlußdetails kontrollieren solange zugänglich
  • *Luftdichtheit: Drucktest während der Bauphase durchführen lassen!
    • Wann? Sobald luftdichte Hülle vollständig hergestellt aber noch zugänglich:
      d.h. vor dem Innenausbau (Abstimmung Gewerke!)
    • Wie? n50-Test mit Blower Door oder mit WRG; einschließlich Leckageaufnahme


8 Ausführung, Bauleitung Lüftung

  • *Durchführungen: luftdicht
  • Kanäle: sauber einbauen, sorgfältig abdichten
  • Zentralgerät: Zugänglichkeit Filter zum Wechseln. Schalldämmung
  • Dämmung Kanäle (wo notwendig) kontrollieren
  • *Einregulierung Luftströme im Normalbetrieb
  • Messung Zu- und Abluftströme; Balance-Abgleich; Abgleich Zu- und Abluftverteilung.
  • Messung der elektrischen Leistungsaufnahme.


9 Ausführung, Bauleitung übrige Haustechnik

  • *Kontrolle: Luftdichte Durchführungen
  • *Kontrolle: Wärmedämmung der Leitungen


10. Zertifikat “qualitätsgeprüftes Passivhaus”

  • Beantragung des Zertifikates “Qualitätsgeprüftes Passivhaus” beim PHI