Klimagipfel und Umweltreferentenkonferenz in Wien

Klimagipfel und Umweltreferentenkonferenz in Wien

Die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz standen im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens der österreichischen Umweltlandesräte, das unter dem Vorsitz von Niederösterreichs Umweltlandesrat Dr. Stephan Pernkopf letzte Woche in Wien stattfand. Dabei unterzeichneten die Bundesländer auch die „Österreichische Erklärung für eine zukunftsfähige Energie- und Klimapolitik“.

Seit 2002 seien in Österreich 5,2 Milliarden Euro in die Energiewende investiert worden, sagte Pernkopf. Von der Aufstellung jedes Windrades würde nicht nur die Umwelt, sondern auch Baufirmen, Maschinenschlosser, Elektriker, Monteure, Wartungspersonal etc. profitieren, was positive Effekte für den Wirtschafts- und Arbeitsmarkt habe, meinte er. „Elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) werden im Umweltsektor erwirtschaftet, wodurch über 180.000 Green Jobs in Österreich geschaffen und gesichert werden“, betonte der Landesrat. 

„Wir haben heute ein klares Zeichen gesetzt und über Länder- und Parteigrenzen hinweg gemeinsam die ‚Österreichische Erklärung für eine zukunftsfähige Energie- und Klimapolitik‘ unterzeichnet“, hielt Pernkopf fest. Die Förderungen umweltfreundlicher Energieformen, mehr Forschung im Bereich Erneuerbare Energie und Energieeffizienz und ein klares Bekenntnis zum Atomausstieg in der Europäischen Union sei das gemeinsame Bekenntnis. Pernkopf: „EU-Mittel sollen an jene Staaten nicht weiter ausbezahlt werden, die am Ausbau dieser Hochrisikotechnologie festhalten und damit die EU-Ziele hinsichtlich einer Weiterentwicklung der Regionen konterkarieren. Dazu gibt es ein klaren Beschluss aller Länder und Parteien.“

Landesrat Anschober meinte: „Wir stehen vor einer absoluten Weichenstellung, wir können den Einstieg in den Atomausstieg in Europa schaffen, müssen uns aber ganz klar und sehr laut gegen eine starke Atomlobby und deren angestrebte Renaissance der Atomkraft durchsetzen. Wir brauchen klare Schutzstandards für die EU-Bevölkerung hinsichtlich Laufzeitverlängerungen und daher verpflichtende grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen“.

„Es darf nicht unter dem Deckmantel des Klimaschutzes zu einer Renaissance der Nuklearenergie in Europa kommen“, so Bundesminister Rupprechter. Ein „Jahrhundertprojekt“ wie die langfristige „Dekarbonisierung“ verlange nach einer fundierten Strategie, die die Leitlinien für die Kima- und Energiepolitik künftiger Legislaturperioden vorzeichne. Die Unterzeichnung der „Österreichischen Erklärung für eine zukunftsfähige Energie und Klimapolitik“ sei ein eindeutiges Zeichen, dass wir geschlossen in eine erneuerbare Zukunft gehen, so Rupprechter.

Die Landesräte Ingrid Felipe (Tirol) und Rudi Anschober (Oberösterreich) freuen sich mit der Internationalen Passivhaustagung auch neuen Schwung beim Energieeffizienten Bauen nach Österreich zu bringen; Foto: Passivhaus AustriaUmweltminister Andrä Rupprechter und die Landesräte Stephan Pernkopf und Rudi Anschober zeigten sich erfreut, dass Wien Schauplatz der Internationalen Passivhaustagung sein wird; Foto: Wolfgang Pucher oekonews.at

Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria, nutzte die Gelegenheit um die Landesräte auf die Internationale Passivhaustagung 2017 in Wien aufmerksam zu machen. Diese zeigten sich sehr erfreut, dass die Konferenz auch neuen Schwung beim energieeffizienten Bauen nach Österreich zu bringen wird. Darüber hinaus erinnerte Lang die Landesräte, dass die derzeitigen und geplanten Vorgaben im Gebäudebereich bei weiten nicht ausreichen, um die Klimaziele von Paris umzusetzen. "Wir müssen uns zum Passivhaus bekennen, so wie dies etwa Brüssel und Dublin bereits getan haben," forderte Lang.

Titelfoto: Umweltreferentenkonferenz; Fotocredits: NLK Burchart

Dienstag, 21 Juni, 2016