Kleines Passivhaus-1×1

Definierte
Qualitätskriterien

 

Durch diese im Gebäudesektor bis jetzt einmalige international gültige Definition eines Baustandards und das vom Passivhaus Institut und durch seine Partner angebotene Qualitätssicherungssystem (Zertifizierung) erhält der Endkunde eine wesentlich höhere Sicherheit, dass die geforderte und erwünschte erhöhte Behaglichkeit tatsächlich erzielt wird. Siehe PHI Gebäudezertifizierung

Heizwärmebedarf
(HWB)

max. 15 kWh/m²a

Der Heizwärmebedarf (HWB), auch Energiekennzahl (EKZ) genannt, darf 15 kWh/m²a berechnet nach PHPP (Passivhaus Projektierungs- Paket) nicht überschreiten. Dies entspricht in etwa maximal 10 kWh/m²a berechnet nach der nationalen Berechnungsmethode OIB (Österreichisches Institut für Bautechnik – Richtlinie 6), kann aber bei ungünstigen Rahmenbedingungen auch einen HWB von max. 8 kWh/m²a berechnet nach OIB erfordern. Dabei ist das PHPP validiert, das bedeutet, im Rahmen der statistischen Streuung liefert es zuverlässige Ergebnisse für den Jahresheizwärmebedarf. Siehe Passipedia

Heizlast

max. 10 W/m²

Alternativ zum maximalen Jahresheizwärmebedarf von 15 kWh/(m²a) kann das Gebäude auch auf eine Heizlast von 10 W/m² oprimiert werden. Wird dieser Wert erreicht, kann eine Beheizung über die Komfortlüftung erfolgen. Hierdurch kann ein weiteres Wärmeverteilsystem entfallen, Kosten werden eingespart. Das Passivhaus Institut empfiehlt diese Methode der Wärmeverteilung als besonders wirtschaftlich. Jedoch sind auch alle anderen Heizsysteme im Passivhaus möglich – zu geringeren Kosten als in anderen Gebäuden, da die Wärmeverteilsysteme aufgrund des geringen Energiebedarfes in Passivhäusern kleiner dimensioniert werden können. Siehe Passipedia

Erneuerbarer
Primärenergie-
bedarf (PEE)

max. 60 kWh/m²a

Über den Jahresheizwärmebedarf und die Heizlast ist die hohe thermische Qualität des Passivhauses definiert. Auf dem geringen Bedarfs Niveau des Passivhauses ist die Heizung jedoch nicht mehr dominant, was bedeutet, dass der größte Teil des Energiebedarfes des gesamten Hauses nicht erfasst ist. Es fehlt eine Bewertung der Energieeffizienz der Heiz- und Gebäudetechnik, des Warmwassers und des Haushaltsstromes. Um hier eine auch in die Zukunft gerichtete Aussage treffen zu können, bewertet das Passivhaus Institut den Gesamtenergiebedarf von Gebäuden anhand eines künftigen Versorgungsszenarios, welches die Energiewende vorweg nimmt und in dem nur erneuerbare Energien, Biomasse, ein kleiner Anteil Wasserkraft, vorwiegend aber Solarenergie und Wind zur Verfügung steht.

Das Szenario enthält Energieerzeuger (z.B. Photovoltaik- und Windkraftanlagen) sowie 2 Speichertypen (Langzeit- und Kurzzeitspeicher), die das ungleichmäßige Angebot von Wind und Sonne ausgleichen. Ein Effizienzfaktor, der PEE-Faktor beschreibt die Energieverluste, welche im System auf dem Weg vom Energieerzeuger zum Verbraucher stattfinden. Wird Energie zeitgleich zur Erzeuguung verbraucht, ist der PEE-Faktor nahe 1, es entstehen kaum Verluste. Wird die Energie z.B. im Sommer erzeugt, aber im Winter für die Heizung verbraucht, entstehen durch die Speicherung hohe Umwandlungsverluste. Es resultiert ein hoher PEE-Faktor.

Dabei zeigt sich, dass Energieanwendungen mit gleichmäßigem Lastprofil, wie Haushaltsstrom und Warmwasser sehr günstige PEE-Faktoren bekommen, die Heizung aber, die nur im Kernwinter benötigt wird, auf hohe PEE-Faktoren kommt, weil ein hoher Anteil der Energie aus den leider recht ineffizienten Langzeitspeichern bereit gestellt werden muss. Darum ist es besonders wichtig, den Heizenergiebedarf zu minimieren, wie dies im Passivhaus geschieht.

Gebäudedrucktest
n
50-Wert

max. 0,6 h-1

Die Gebäudehülle ist mit einer hohen Luft- und Winddichtheit auszuführen. Die Einhaltung dieses Kriteriums wird mittels Gebäudedrucktest (auch Blower Door Test genannt) überprüft und darf einen n50 -Wert von 0,6 h-1 nicht übersteigen. Bei diesem Test wird im Gebäude ein Über- und Unterdruck erzeugt. Dabei strömt Luft durch undichte Stellen. Dabei bedeiten die „n50 max. 0,6h-1“, dass der Test bestanden ist, wenn bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal zwischen Gebäude und Außenluft nicht mehr als 60% des Gebäude Volumens in einer Stunde ausgetauscht wird. Während des Tests werden auch Schwachstellen in der Luftdichtheitsebene des Gebäudes deutlich, die noch beseitigt werden können. So erhält der Luftdichtheitstest einen weiteren Mehrwert. Siehe Passipedia

Spezifische Richtwerte
einzelner Bauteile und
Komponenten

 

Um diese Gesamtziele zu erreichen, gibt es spezifische Richtwerte die einzelne Bauteile oder Komponenten erfüllen müssen. Zu solchen Richtwerten zählen:

  • U-Werte aller Bauteile bei großvolumigen Objekten ≤ 0,15 W/m²K, bei Einfamilienhäusern ≤ 0,10 W/m²K 
  • Verglasung mit Ug-Werten ≤ 0,7 W/m²K und einem g-Wert ≥ 50% 
  • Fensterrahmen inkl. Verglasung mit einem Uw-Wert ≤ 0,80 W/m²K nach EN ISO 10077. Dieser Wert wird auch aus Gründen der Behaglichkeit gefordert.
  • Wärmebrückenfreie Ausführung (Wärmebrücken werden stets auf das Außenmaß bezogen) Durchgängigkeit der luftdichten Ebene
  • Durchgängigkeit der winddichten Ebene
  • Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ≥ 75% (nach PHI Zertifikat) bei niedrigem Stromverbrauch für die Ventilatoren und die Steuerung (≤ 0,45 Wh/m³)
  • Schallpegelbelastung durch Lüftungsanlage muss sehr gering sein (< 25 dBa)
  • Niedrigste Wärmeverluste bei der Brauchwasserbereitung und -verteilung
  • Hocheffiziente Stromspargeräte für den Haushalt
  • Berechnung mit dem PHPP (Passivhaus Projektierungs- Paket) gemäß Passivhaus Institut Darmstadt, Dr. Wolfgang Feist 

Allerdings genügt es nicht bloß einzelne Komponenten zu kombinieren. Essentiell ist das Funktionieren des Gesamtkonzeptes. Nur auf diese Weise können die Eigenheiten des Standortes und des Gebäudes angemessen berücksichtigt, und eine optimale, kostengünstige Lösung gefunden werden.

PHI zertifizierte
Passivhaus-Komponenten

 

Um sicher zu gehen, dass die einzelnen Komponenten auch tatsächlich für das Passivhaus geeignet sind, kann auf Produkte zurück gegriffen werden, die durch das Passivhaus Institut als „Zertifizierte Passivhaus Komponente“ ausgezeichnet wurden. Auf diese Weise beitet das Passivhaus Institut eine unabhängige Überpüfung der thermischen Kennwerte zertifizierter Produkte. Die Verwendung solcher Komponenten ist auch als Hilfestellung für den Planer gedacht. Alle benötigten Werte sind vorhanden und validiert, der entsprechende Datensatz ist im PHPP hinterlegt. Die Komponentendatenbank des Passivhaus Institutes enthält stets aktuell alle zertifizierten Produkte.

Zertifikat
“Qualitätsgeprüftes Passivhaus” 

 

Um auf Nummer sicher gehen zu können, empfehlen wir ihr Passivhaus von externen Fachprüfern gemäß den Regeln des Passivhaus Institut Darmstadt/Innsbruck, Dr. Wolfgang Feist zertifizieren zu lassen. Folgende Firmen und Institute sind in Österreich befugt ein Passivhauszertifikat auszustellen:

Passive
Solarenergienutzung

 

Südorientierte Passivhäuser sind zugleich Solarhäuser. Nach Ausschöpfung der Effizienzpotentiale deckt die passive Nutzung der Sonneneinstrahlung, die durch die für eine ausreichende Belichtung ausgelegten Fenster hereinkommt, einen hohen Teil der verbleibenden Wärmeverluste. Dafür werden Passivhaus-Fenster eingesetzt. Diese lassen, auch im Winter, mehr Sonnenwärme durch die Fenster herein, als durch sie verloren geht. Vorteilhaft ist eine Südorientierung der Hauptbelichtungsflächen und Verschattungsfreiheit. Allerdings ist die Südorientierung keine Voraussetzung um den Passivhaus-Standard erreichen zu können. Um im Sommer Überhitzungen zu vermeiden, sind z.B. große Dachüberstände oder bewegliche Verschattungen ratsam.

Komfortlüftung mit
effizienter Wärme-
rückgewinnung

 

Passivhäuser werden über eine Komfortlüftung ständig mit frischer Luft versorgt. Dies geschieht genau in der Menge, die für eine gute Raumluftqualität erforderlich ist. Pro Person werden ca. 30 m³ Frischluft pro Stunde benötigt. Mittels eines sehr effizienten Wärmetauschers wird die Wärme aus der Abluft auf die einströmende Frischluft übertragen. Dabei werden die Luftströme nicht vermischt. An besonders kalten Tagen wird bei Bedarf die Zuluft noch nacherwärmt. Eine zusätzliche Vorerwärmung der Frischluft über einen Erdreich- oder Sole- Wärmetauscher ist möglich und senkt den Nachheizbedarf noch weiter. Neben der Frischluft Versorgung transportiert die Lüftungsanlage zuverlässig Schadstoffe und Feuchtigkeit ab. Simmelproblem gehören damit der Vergangenheit an.

Stromeffizienz 

 

Durch die Ausstattung mit effizienten Haushaltsgeräten, Energie sparender Beleuchtung und Anlagentechnik kann der Strombedarf in Passivhäuser ohne Komforteinschränkungen um mehr als 50% gegenüber dem Durchschnitt im Bestand reduziert werden. Die gesamte Haustechnik ist höchst effizient auszuführen. So läuft z.B. die Lüftungsanlage mit besonders effizienten Gleichstrommotoren. Effiziente Haushalts- und Bürogeräte sind oft nicht teurer als durchschnittliche Geräte. Sie rechnen sich in der Regel durch die Stromkosteneinsparungen. Energieeffiziente Haushaltsgeräte finden Sie beispielsweise unter www.ecotopten.de.

Erneuerbare
Energieträger

 

Der geringe Restenergiebedarf kann im Passivhaus idealerweise zu 100% durch erneuerbare Energieträger abgedeckt werden. Um dem Ziel einer nachhaltigen Energieversorgung näher zu kommen, sollten Dach- und Fassadenflächen, wenn nicht anders genutzt werden und dem keine wichtigen Gründe entgegen stehen zur Energieerzeugung genutzt werden. Eine kostenoptimierte thermische Solaranlage kann etwa 40-60% des Warmwasserbedarfes eines Passivhauses decken. Dazu sind meist 2-3 m² Kollektorfläche je Person ausreichend. Die verbleibende Fläche kann mit Photovolataik Modulen belegt werden.

Der Passivhaus-Standard ist die Grundlage für die Realisierung von kosteneffizienten Null- oder auch Plusenergiehäusern.