Innsbruck saniert ganzen Stadtteil im EnerPHit-Standard

Bild: Stadt Innsbruck mit Projektbereichen und Aktionen; Karte: Google Maps

Ab 2014 startet in Innsbruck unter der wissenschaftlichen Leitung des PHI Innsbruck die Altbausanierung von insgesamt 35 Objekten mit rund 65.000 Quadratmetern Nutzfläche im EnerPHit- bzw. Passivhaus-Neubau-Standard. Das von der EU mit großem Interesse geförderte Projekt erstreckt sich bis 2018. Über einen Zeitraum von 3 Jahren müssen die Gebäude mindestens zum ökonomisch sinnvollsten Altbausanierungsstandard EnerPHit saniert werden, damit diese daran anschließend noch 2 Jahre messtechnisch überwacht und ausgewertet werden können.

Alle Sanierungen werden vom PHI Innsbruck qualitätsgeprüft und zertifiziert. Diese vorbildlichen Sanierungen finden im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes statt, bei dem in den beiden Städten Innsbruck und Bozen auf insgesamt über 100.000 Quadratmeter Nutzfläche die Umsetzung der ab 2020 gültigen EU-Gebäuderichtlinie schon vorab wegweisend umgesetzt wird. Dabei wird auch besonderes Augenmerk auf EU-weite klimatische, kulturelle und gesetzliche Unterschiede in der Umsetzung zukunftsweisender Sanierungstechniken gelegt. Dies belegt die aktive Beteiligung von über 20 europäischen Städten von Schweden bis Zypern mit eigenen Umsetzungsplänen und -maßnahmen am Projekt.

Das Projekt fokussiert auf vor allem bereits jetzt in breitem Umfang vorhandene, kosteneffiziente und praktikable Lösungen in der Sanierung. Es werden also hier ganz bewusst keine einzelnen „Leuchtturmprojekte“ erzeugt, sondern die Replizierbarkeit des EnerPHit-Standards in großem Umfang und kurzer verfügbarer Planungs- und Bauzeit aufgezeigt, sagt der PHI-interne Projektleiter DI Harald Konrad Malzer vom Standort Innsbruck. Das Headquartier des PHI in Darmstadt ist mit einer tiefgreifenden Analyse zum Haushaltsstromverbrauch inklusive Monitoring und der Entwicklung eines Tools zur besseren künftigen Planbarkeit auf Quartiers- und Distriktebene für Kommunen und Energieversorger beauftragt. Im Zuge des anschließenden Monitorings gemeinsam mit der Universität Innsbruck werden erstmals Daten von beinahe unglaublichen 500 Wohneinheiten in einer bisher noch nicht verfügbaren Detailtiefe erfasst und lassen uns interessante Studien und Ergebnisse erwarten.

Die zahlreichen zusätzlichen Aktionen der lokalen Energieversorger im Bereich der Nutzung von Industrieller Abwärme bis hin zur Schaffung zusätzlicher Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie markieren den zweiten Hauptbereich „die intelligente Vernetzung der vorhandenen Energieflüsse der Stadt Innsbruck“ innerhalb dieses EU-Projektes.

Gemeinsam mit den anderen Projektpartnern fügt die Stadt Innsbruck mit ihrem hohen Engagement hiermit einen weiteren Baustein zum Innsbrucker Energie-Entwicklungsplan IEP 2025 hinzu. Die Stadt Innsbruck verfolgt damit als Vorzeigeregion klar definierte Ziele: Verringerung des Gesamtenergiebedarfs um 17%, durch Effizienzerhöhungen und Einsparungen sowie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energieträger um 27%.

Wir halten die Mitglieder der Passivhaus Austria über dieses für den Standort Österreich und die Passivhaus-Entwicklung enorm wichtige Projekt in den nächsten Jahren regelmäßig am Laufenden. Es können dazu bei Interesse auch Exkursionen und Workshops zum Projekt in Innsbruck angeboten werden.

Bild: Stadt Innsbruck mit Projektbereichen und Aktionen; Karte: Google Maps