Herbert Steinböck berichtet über die Passivhaustagung

Herbert Steinböck berichtet über die Passivhaustagung

Kabarettist Herbert Steinböck war auf der Passivhaustagung zu Gast und hat einen persönlichen Bericht über seine Eindrücke verfasst, weshalb wir zur Abwechslung auch einen nicht ganz so ernsten Text bieten können:

Ganz aktuell, weil grad erst passiert: Letztes Wochenende war die 21. Internationale Passivhaustagung plus –messe. Und ich war dort!

Und die Conclusio: Ich weiß, dass ich nichts weiß...das aber dafür ganz genau!

Aber dazu sind ja solche Veranstaltungen da, dass man seinen Horizont erweitern kann, dass man dazulernt und dass man nur so staunt, was alles geht, und was diese Passivhaus-Idee für ein großartiger Gedanke ist!

Wau-Effekt
Und es war eine gewaltige Veranstaltung. Der Ort des Wiener Messegeländes war gut gewählt, und obwohl viel los war, fühlte man sich nie ge-, ein- oder bedrängt.

Zuerst einmal ein paar Zahlen der Veranstaltung:

  • über 1.200 Kongressteilnehmer
  • aus mindestens 60 Nationen
  • insgesamt 52 Veranstaltung und Side-Events mit in Summe rund 4.000 Teilnehmer und Besucher

Wau, gell?

Außerdem gab`s noch in der Mittagspause ein herrliches Buffet...(aber das nur so nebenbei... J)

Außerdem war das Programm sehr interessant und selbst wenn man an nicht allen Vorträgen teilnehmen konnte, so gabs einen ca. 800 Seiten dicken Tagungsband, wo alle Inhalte der diversen Vorträge minutiös zum Nachlesen aufbereitet waren.

Was ich (quasi als Laie) von den Vorträgen mitgenommen habe, war, dass man nicht nur Neubauten als Passivhäuser gestalten kann, sondern dass auch alte Gebäude, ob groß, ob klein auf den neuesten Passivhaus-Stand gebracht werden können.

Voll verpackt!
Ist ja quasi auch logisch, weil die Vorgaben eigentlich die gleichen  sind...je besser ich das Gebäude einpacke, dämme, ob neu, ob alt, desto weniger Energie um zu wärmen, um zu lüften, um zu kühlen muss ich dem Gebäude zuführen und desto weniger Energie braucht das ganze Ding. Da komm ich dann schon mal mit einer Wärmepumpe betrieben von einer Fotovoltaikanlage fast autark aus...und kann womöglich noch Strom ins Netz speisen!

Da wurden ja Projekte vorgestellt, wo ganze Schwimmbäder in Passivhaus-Manier erbaut wurden...aber keine Minipools sondern für diverse Hotels gigantische Indoorpoolanlagen...Fantastisch.

Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass man sich beim Passivhaus-Gedanken bei Neubauten schon ein bisserl leichter tut!

Bei Sanierungsvorhaben gibt es halt so viele Dinge, die unvorhersehbar sind und wo das ganze dann schon ins Geld geht...dort noch ein verstecktes Kältebrückerl, da noch eine schwer dämmbare Loggia...und da rennt halt dann schon der Taxameter!

Da muss man dann schon mit Kosten von 750,- bis 1.250,- / m2, wenn man es g`scheit machen will, rechnen!

Trotzdem sollte man auch bei einem Sanierungsvorhaben zuerst mit dem Architekten des Vertrauens reden, ob nicht doch ein Umbau auf Passivhaus-Standard sinnvoll und leistbar wäre...und dessen bin ich mir sicher: Dort wird es in Zukunft hingehen...und zwar mit Riesenschritten!

Wer noch was betreffs Passivhaustagung 2017 wissen will...bitte schön, hier der Link:

www.passivhaustagung.org

Liebe Grüße und einen sonnigen Frühling!

 

Über den Autor:
Herbert Steinböck ist Kabarettist und arbeitet daran sein Haus in ein energieeffizientes Künstlerdomizil umzumodilieren. Auf www.energieblog.at berichtet er laufend über seine Erfahrungen.

Titelfoto: Herbert Steinböck mit dem Tagungsband und der grünen Broschüre der Passivhaus Austria; Fotocredits: Steinböck

Montag, 22 Mai, 2017