Die Welt steckt mehr Geld in Öl als in Gesundheit

Die Welt steckt mehr Geld in Öl als in Gesundheit

Wenige Monate vor der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris hat der Weltwährungsfonds (IWF) die Regierungen dazu aufgerufen, den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas nicht weiter zu subventionieren. Wenn die weltweit üblichen Beihilfen für fossile Energien eingestellt würden, könnte das Billionen von US-Dollar für produktivere Zwecke freisetzen – und zugleich den Ausstoß des Treibhausgases CO2 wirksam begrenzen, argumentiert der IWF.

Der für die internationale Finanzmarkt-Stabilität zuständige Fonds mit Sitz in Washington hat neue Berechnungen über die Höhe der Subventionen für fossile Brennstoffe vorgelegt. Diese seien mehr als doppelt so hoch wie bislang vermutet, heißt es in der Studie. So wurden von Regierungen weltweit in diesem Jahr insgesamt 5,3 Billionen US-Dollar dafür ausgegeben, die Preise für Kohle, Öl und Gas künstlich niedrig zu halten.

Mehr Geld für fossile Beihilfen als für das Gesundheitswesen
Die IWF-Experten halten die Höhe der Subventionen für „schockierend“, denn sie machen rund 6,5 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts aus. Damit werde für die Preisstützung von Kohle, Öl und Gas weltweit mehr Geld ausgegeben als für den Gesundheitssektor: Nach den Zahlen der Weltgesundheitsorganisation werden global nur rund sechs Prozent der Bruttowertschöpfung in das Gesundheitssystem investiert.

Der Weltwährungsfonds vergleicht den Preis für fossile Energieträger mit den „wahren Kosten“, die durch ihre Förderung, die Verteilung und den Verbrauch von Kohle, Gas und Öl entstehen. Das schließt auch Umwelt-, Gesundheitsschäden und die Klimaerwärmung mit ein. In die Neuberechnung der Subventionen wurden jetzt aktualisierte Daten dieser „externen Kosten“ der fossilen Energien einbezogen. So beruft man sich auf Angaben der Weltgesundheitsorganisation, wonach allein in China eine Million Menschen pro Jahr infolge der Luftverschmutzung vorzeitig sterben.

Die lokalen Schäden, die sich nicht in der Höhe der Brennstoffpreise widerspiegeln, werden vom IWF allein auf 2,7 Billionen US-Dollar geschätzt. Die Kosten der globalen Erwärmung, die eigentlich auf die Benzin- und Kohlepreise draufgeschlagen werden müssten, werden auf rund 1,3 Billionen Dollar geschätzt. Direkte staatliche Subventionen, um die Preise unter die Produktionskosten zu drücken, werden mit 333 Milliarden Dollar angegeben.

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Mittwoch, 23 August, 2017