Brüssel zeigt wie’s geht – Passivhaus in der Bauordnung

Wer hätte das gedacht? Ausgerechnet Brüssel - das Schlusslicht Europas in Sachen energieeffzienter Gebäudestandards – zeigt nun ganz Europa vor, dass mit einer konsequenten Energiepolitik wirklich Berge versetzt werden können. Innerhalb von nur acht Jahren entwickelte Brüssel von seinem ersten Passivhaus sich zur Welt-Passivhaus-Metropole. Ab 1.1.2015 gilt in ganz Brüssel das Passivhaus als Mindeststandard nach Bauordnung – vollkommen unabhängig welcher Gebäudenutzung.

Ebenso werden in der Sanierung neue Maßstäbe gesetzt. Mit dem Beschluss vom 3. März 2011, initiiert durch Frau Évelyne Huytebroeck, Minister of Environment & Energy, setzt die Region Brüssel-Hauptstadt das „Nearly Zero Energy Building“ der EU-Gebäuderichtlinie bereits um 6 Jahre früher konsequent als Mindeststandard um.
Bis dato konnten bereits 350.000 m² in Passivhaus-Standard fertiggestellt werden und weitere 600.000 m² Nutzfläche in Passivhaus-Standard sind aktuell in Bau.

Bei der Passivhaus-Hotspot-Tour der Passivhaus Austria am 25. April konnten sich die Teilnehmer aus Österreich, Rumänien, USA und Kanada ein gutes Bild von der rasanten Entwicklung und Vielfalt an Objekten machen. Unter anderem wurde das neue Hauptquartier von ELIA – dem belgischen Stromnetzbetreiber – mit einer Nutzfläche von 10.000 m² besichtigt. Im Oktober 2014 wird das neue Hauptquartier von Bruxelles Environement mit 16.250 m² Nutzfläche eröffnet. Und kurz vor Baubeginn steht ein Bürohochhaus in Passivhaus-Standard mit 60.000 m².

Alle Teilnehmer der Tour waren sich danach einig: Ein absolut nachahmenswertes Modell zeigt selbst etablierten Ländern wie Österreich oder Deutschland vor, was möglich ist, wenn ein strategisches Ziel auch wirklich konsequent verfolgt wird.

Weitere Fotos der Tour finden sich hier...

Donnerstag, 24 April, 2014