BM Rupprechter will Österreich wieder zum Umwelt-Vorreiter in Europa machen

Minister Rupprechter

Österreich hat im Vergleich zum Vorjahr weniger Treibhausgase emittiert. Die Treibhausbilanz 2012 zeigt mit Minus 3,3% bzw. 2,7 Mio. Tonnen weniger CO2 einen positiven Trend. Die vereinbarten Ziele hat Österreich trotzdem weit verfehlt und liegt mit über 20% Überschreitung der vereinbarten Ziele weiterhin im Schussfeld Europas. Um die Kyoto-Verpflichtung zu erfüllen, müssen Zertifikate um € 500 Mio. zugekauft werde.

Umweltminister Rupprechter erklärte bei der Präsentation der Treibhausgasbilanz am 15.01., wie er die künftige Klimapolitik in Österreich anlegen wird: „Ich möchte Österreich wieder zum Umwelt-Vorreiter in Europa machen. Ich bekenne mich zu einer modernen Klimaschutzpolitik. Österreich wird sich bei den bevorstehenden Verhandlungen zur europäischen Klima- und Energiepolitik bis 2030 aktiv einbringen und das deutsche Ziel einer Reduktion um 40% voll unterstützen. Ich will eine mutige europäische Klima- und Energiepolitik mit Zielen für die Reduktion von Treibhausgasen, den Ausbau der Erneuerbaren Energieträger und für Energieeffizienz. Diese drei Ziele sind untrennbar miteinander verbunden“, bekräftigt der Minister. Um Investitionen in den Klimaschutz frei zu setzen und damit Innovationen, Arbeitsplätze und Wachstum zu fördern und die Wirtschaft Europas insgesamt zu stärken, seien klare und ambitionierte Ziele notwendig.

Von den österreichischen Klimaschutzzielen gibt es kein Abrücken. Bis 2020 sollen 16 Prozent der Emissionen gegenüber 2005 reduziert werden. Auf Nachfrage von Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria, bekräftigte der Minister dieses Ziel ohne Inanspruchnahme des Emissionshandels erreichen zu wollen. Dazu werden erfolgreiche Programme wie die international anerkannte Klimaschutzinitiative klima:aktiv fortgesetzt. Ab März 2014 werden Projekte in den Klima- und Energiemodellregionen weiter umgesetzt, um Innovationen in den Gemeinden zu fördern. Der Umweltminister möchte außerdem das heimische Potenzial der österreichischen Umwelttechnologie stärker nutzen und die Umwelt-Export-Initiative wieder zum Leben erwecken.

Einladung zur Zusammenarbeit an Umweltschutzorganisationen
Rupprechter betont, dass sich in Österreich viele positive Kräfte für den Klimaschutz einsetzen. Diese möchte er in Zukunft einbinden: „Klimaschutz ist ein Gemeinschaftsprojekt, von der Kommune bis zum Kontinent, von jeder und jedem einzelnen bis zum Großunternehmen. Ich werde die Umweltsprecher und Umweltorganisationen einladen, sich mit mir an einen Tisch zu setzen und mit mir gemeinsam zu arbeiten. Ich will auch den Druck von unten verstärken und die Zivilgesellschaft positiv mitnehmen“, so Rupprechter abschließend.

Passivhaus Austria bietet Zusammenarbeit für effiziente Lösungen an
Die Passivhaus Austria wird sich hier sicher mit engagierten und konstruktiven Vorstößen einbringen. So zeigt auch die jüngste Studie im Auftrag des Landes Vorarlberg, dass das kostenoptimale Energieniveau schon heute auch ohne Förderung bei energetisch weit besseren Gebäuden liegt, als die zukünftigen österreichweiten Mindestanforderungen gemäß Nationalem Plan vorgeben. Während diese bei 190 kWh/m²BGFa ab 2015 und bei 160 kWh/m²BGFa ab 2021 liegen, weist die Studie für Mehrfamilienhäuser die Kostenoptimalität bei einem Primärenergiebedarf (PEB) von  77 bis 110 kWh/m²BGFa nach, also nahe am Passivhaus-Niveau (PEB etwa 66 bis 82 kWh/m²BGFa).

„Hier besteht also im Neubau wie in der Sanierung noch ein enormes wirtschaftliches Handlungspotential. Die Energieeffizienz ist für eine erfolgreiche Klimapolitik der Schlüssel zum Erfolg – das Passivhaus bietet dazu schon heute die tausendfach bewährte Lösung“, wie Lang betont. Bis 2020 könnten so im Raumwärme & Kleinverbraucher Sektor weitere erhebliche Reduktionen bei Energieverbrauch und Emissionen erreicht, gleichzeitig aber die Wirtschaft angekurbelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

Fotoinformationen: Umweltminister Andrä Rupprechter stellte im Rahmen einer Pressekonferenz zusammen mit Dr. Jürgen Schneider vom Umweltbundesamt die Treibhausgasbilanz vor. Quelle: BMLFUW; FotografIn: Kern Bernhard

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Donnerstag, 16 Januar, 2014