10 Fakten zur Passivhaustagung in Wien

10 Fakten zur Passivhaustagung in Wien

Energieeffizientes Bauen und Sanieren stehen Ende April in Wien im Mittelpunkt. Experten des energieeffizienten Bauens aus über 50 Nationen kommen bei der 21. Internationalen Passivhaustagung am 28. und 29. April 2017 zusammen. Auch für Privatleute gibt es zahlreiche Angebote, um mehr über den klimafreundlichen und kostengünstigen Passivhaus-Standard zu erfahren. Im Folgenden zehn wissenswerte Fakten über die Passivhaustagung sowie die angeschlossene Fachausstellung im Messe Wien Congress Center.

Darum Wien!
Millionen Touristen können nicht irren: Wien ist eine der schönsten Städte in Europa und fasziniert mit einem ganz besonderen Architekturmix. Was viele der Touristen noch nicht wissen: Wien und das angrenzende Bundesland Niederösterreich gelten als Paradebeispiel beim energieeffizienten Bauen. Belege gefällig? Energieeffiziente Hochhäuser und Hotels, Mehrfamilienkomplexe, Studentenwohnheime, auch solche, die als PopUp dorms an anderer Stelle wieder aufgebaut werden können - alles errichtet im Passivhaus-Standard! Genau deshalb findet die Passivhaustagung 2017 in Wien statt. Bei acht Exkursionen können viele dieser interessanten Passivhaus-Projekte besichtigt werden.

Prädikat ÖkoEvent für Tagung
Das freut uns sehr: Die 21. Internationale Passivhaustagung erhielt von der Stadt Wien offiziell das Prädikat ÖkoEvent. Die Stadt würdigt damit besondere Anstrengungen bei der Organisation dieser Veranstaltung. Dazu zählen ein optimales Abfallmanagement, der sorgsame Umgang mit Wasser und Energie, die Verwendung von Produkten aus der Region und aus ökologischer Erzeugung. Zudem wird gewürdigt, dass Produkte aus fairem Handel bevorzugt werden, und dass auf umweltfreundliche Mobilität rund um die Veranstaltung Wert gelegt wird.

Passivhaus-Party im Museum
Energieeffizientes Bauen bestimmte Ende des 19. Jahrhunderts nicht unbedingt den Zeitgeist. Vielmehr ging es um repräsentative Architektur. Ein Beispiel dafür ist das imposante Naturhistorische Museum in Wien. Gottfried Semper und Carl Hasenauer planten die „Kathedrale der Wisssenschaften“ mit der 60 Meter hohen Kuppel. Genau der richtige und stimmungsvolle Ort für eine schöne Abendveranstaltung. Deshalb findet die große Passivhaus-Party dort statt. Die Ausstellungssäle des Naturhistorischen Museums sind für die Gäste während der Feier geöffnet.

Passivhaus für alle!
Der kostengünstige und klimafreundliche Passivhaus-Standard funktioniert in allen Klimazonen, egal ob kalte oder warme Region. Ob Wohngebäude, Schule, Kita oder Schwimmbad, 26 Jahre nach dem Bau des ersten Passivhauses in Darmstadt-Kranichstein gibt es Passivhäuser für unterschiedlichste Nutzergruppen und Funktionen. In Frankfurt am Main entsteht derzeit die erste Passivhaus-Klinik, in Korneuburg bei Wien gehört zum Justizzentrum im Passivhaus-Standard auch ein Gefängnis. Passend dazu lautet das Schwerpunktthema der 21. Internationalen Passivhaustagung „Passivhaus für alle!“.

Kompaktkurs
Vor der Tagung finden bereits zahlreiche Workshops zum energieeffizienten Bauen statt, darunter auch der Kompaktkurs „Passivhaus – ein Beitrag zum Klimaschutz“. Für Studenten und Vertreter von Kommunen ist die Teilnahme an diesem Workshop kostenlos. Weitere Infos auf der Tagungswebseite www.passivhaustagung.org

Fachausstellung
Wär‘ doch toll, wenn das aufwendig erwärmte Wasser, mit dem wir gerade noch geduscht haben, nicht einfach nur durch den Abfluss davonrauscht, oder? Diese Wärme kann noch einen sinnvollen Zweck erfüllen. Systeme, mit denen man die Wärme des Duschwassers rückgewinnen kann, werden auf der Fachausstellung zur Passivhaustagung ebenso vorgestellt wie besonders energieeffiziente Fenster und Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung. Auch für Privatleute lohnt sich dieser Blick auf energieeffiziente und passivhaustaugliche Komponenten. Jeder kann sehen, was heute beim energieeffizienten Bauen und Sanieren schon alles möglich ist. Freikarten für die Fachausstellung gibt es zum Ausdrucken auf der Tagungswebseite www.passivhaustagung.org

Erfahrungen aus erster Hand
Noch ein Angebot auf der 21. Internationalen Passivhaustagung für alle, die ein Haus energieeffizient bauen oder sanieren möchten: Im Bauherren-Forum am Tagungssamstag berichten private Bauherren über ihre Erfahrungen mit dem Bauen eines energieeffizienten Passivhauses und dem Wohnen darin. Informationen gibt es hier also aus erster Hand von Privatleuten für Privatleute. Freikarten für das Bauherren-Forum auf der Fachausstellung gibt es zum Ausdrucken unter www.passivhaustagung.org

Eisblockwette
Wie wichtig energieeffiziente Gebäude für den Klimaschutz sind, davon können sich Passanten vor der Messe Wien derzeit selbst überzeugen. Für die Eisblockwette hat das Passivhaus Institut dort zu-sammen mit dem Netzwerk Passivhaus Austria, der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sowie der Kampagne MUTTER ERDE zwei unterschiedliche Mini-Häuser aufgebaut. Das Mini-Passivhaus ist stark gedämmt und mit dreifach verglasten Fenstern ausgestattet. Das Mini-Standardhaus hat eine nur acht Zentimeter dicke Dämmung und zweifach verglaste Fenster. Beide werden mit einem 250-Kilogramm schweren Eisblock befüllt. Da sich die Temperatur in dem besser gedämmten Passivhaus länger hält, wird das Eis darin langsamer schmelzen als in dem weniger gut gedämmten Haus. Die Frage ist, wieviel Eis genau in den Häuschen nach sechs Wochen noch übrig ist?

Schätzungen für die Eisblockwette können noch bis zum 29. April 2017 im Internet unter https://www.global2000.at/eisblock-wette abgegeben werden. Bis Ende Mai bleiben die Häuser auf dem Messevorplatz stehen, dann wird das Ergebnis bekannt gegeben. Zu gewinnen gibt es unter anderem einen Gutschein für einen Aufenthalt in einem Passivhaus in der österreichischen Ferienregion Presseggersee-Nassfeld im Wert von 500 Euro.

Exkursionen per Fahrrad und U-Bahn
Zu dem Prädikat ÖkoEvent passt, dass zwei Exkursionen zu interessanten Passivhaus-Projekten in Wien und um Wien herum besonders umweltfreundlich ablaufen. Per U-Bahn besichtigen die Teilnehmer bei Exkursion Nummer 1 Wohnbauten und ein Studentenwohnheim. Sportlich wird es für die Teilnehmer bei Exkursion Nummer 8. Mit dem (Leih-) Fahrrad erkunden sie neu gebaute und sanierte Wohngebäude. Immerhin 30 Kilometer lang ist die Tour. Dafür gibt es (ebenso wie bei allen anderen Exkursionen) ein leckeres Mittagessen. Erfreulich: Auch diese Tour hat regen Zulauf und ist bereits ausgebucht. Freie Plätze gibt es noch unter www.passivhaustagung.org

Fenster öffnen? Ja, bitte!
Auf der Passivhaustagung besteht ausreichend Gelegenheit, mit alten Kamellen aufzuräumen. In einem Passivhaus dürfen die Fenster nicht geöffnet werden? Wie gesagt: Alte Kamellen. Auch in einem Passivhaus dürfen die Fenster jederzeit geöffnet werden! Der Unterschied: Sie müssen nicht unbedingt geöffnet werden! Denn für stetige Frischluftzufuhr sorgt die Lüftungsanlage. Und das bei nachgewiesenem geringem Stromverbrauch. Dank der Feinfilter in der Lüftungsanlage bleiben zudem Schmutz und Pollen draußen (Allergiker aufgepasst!) und die Luftqualität ist äußerst gut. Wer einen Staubsaugerfilter wechseln kann, der kann auch den Filter bei seiner Lüftungsanlage selbst austauschen. Und im Winter gilt: Wenn die Fenster zu lange offenstehen, dann kühlt die Raumtemperatur ab und der Heizwärmeverbrauch steigt an. Ist das bei anderen Gebäuden anders?

Weitere Informationen unter www.passivhaustagung.org

Donnerstag, 20 April, 2017