Österreichs Unternehmen fordern Energiewende und Klimaschutz von zukünftiger Regierung

Österreichs Unternehmen fordern Energiewende und Klimaschutz von zukünftiger Regierung


ÖVP und FPÖ sind im Finale ihrer Koalitionsverhandlungen Thema Energie und Umwelt. Österreichs Wirtschaft hat sich in einem "dringenden Appell" an die künftige Bundesregierung gewendet und fordert eine zukunftsweisende Energie- und Klimapolitik. Klimaschutz soll demnach zu einem zentralen Projekt der kommenden Legislaturperiode werden, fordern die Unternehmen, darunter das Netzwerk der Passivhaus Austria.

Bereits 312 österreichische Konzerne und Betriebe  haben auf Initiative der Umweltorganisationen WWF und Global 2000 den "Appell der Wirtschaft" unterzeichnet. Darunter befinden sich bekannte Unternehmen wie die voestalpine, Rosenbauer, Wienerberger, Palfinger, die Umdasch-Gruppe, Spar, Rewe, die Erste Group, T-Mobile oder Ikea.

"Als verantwortungsbewusste Unternehmen wollen wir selbst zum Klimaschutz beitragen. Dafür brauchen wir tatkräftige Unterstützung aus der Politik. Wichtig ist für uns eine langfristige Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik, um Planungs- und Investitionssicherheit zu stärken", halten die 312 Unternehmen, die gemeinsam 46 Milliarden Euro Umsatz machen und 275.000 Mitarbeiter beschäftigen, in dem Schreiben an ÖVP-Chef Sebastian Kurz und FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache fest.

Passivhaus Austria steht mit Mitgliedsbetrieben voll dahinter
Die Passivhaus Austria unterstützt den Klimaschutz-Appell an die künftige Regierung voll inhaltlich und steht nicht nur mit den mittlerweile 75 unterzeichneten Mitgliedsbetrieben, sondern mit allen 177 Mitgliedsunternehmen voll dahinter, welche in Summe 27.000 Mitarbeiter beschäftigen und rund 2,9 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften.

Hier eine Auflistung aller beteiligten Mitglieder:

Außerdem weitere Unternehmen mit Passivhaus-Betriebsstätten:

  • Boutiquehotel Stadthalle
  • Sonnentor
  • Simonsfeld Windkraft

Diese Unternehmen sind einerseits sehr erfolgreich bei der Planung und Errichtung von höchst energieeffizienten Gebäuden mit erneuerbarer Energie oder der Erzeugung der Baukomponenten innerhalb Österreichs wie auch im Export tätig. Außerdem betreibt ein Großteil auch selbst bereits ihre Gebäude in diesem nachhaltigen und kostengünstigen Passivhaus-Standard. Dieses Engagement ist umso wichtiger, ist doch der Gebäudesektor für 30 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. „Mit dem Passivhaus-Standard werden bis zu 90 Prozent Energie gespart und der Rest zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgt, der Wohnkomfort und die Gesundheitsvorsorge gesteigert, nachhaltig leistbares Wohnen und soziale Verträglichkeit sichergestellt, und die österreichische Handelsbilanz und Versorgungsunabhängigkeit verbessert“, fordert Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria die künftige Regierung auf, diese Win-Win-Win Chance für Österreich zu nutzen.

Es brauche in der nächsten Legislaturperiode einen größeren Stellenwert der Energie- und Klimapolitik. Die notwendigen Schritte für den Aufbau eines zukunftsfähigen Energiesystems müssten jetzt eingeleitet werden. Dies sei wichtig, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. Die Wirtschaftsunternehmen appellieren deshalb an die künftige Regierung, eine Reihe von konkreten Punkten umzusetzen. An erster Stelle fordern sie die Erstellung einer verbindlichen Gesamtstrategie für den Energie- und Klimabereich. "Ziel ist der vollständige Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis 2050 mit Umsetzungsplan, Zwischenschritten und jährlichem Monitoring." Weiters soll die Produktion von sauberem Strom ausgebaut werden. Bis 2030 soll es 100 Prozent naturverträglichen Strom geben.

Darüber hinaus fordern die Unternehmen einen Aktionsplan für saubere Mobilität von Personen und Gütern. Ziel sei dabei eine Mobilitätswende im urbanen sowie ländlichen Raum durch Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs und Forcierung der E-Mobilität. Auch ein Maßnahmenpaket für nachhaltige Wärmeversorgung sowie ein Programm für Energieeffizienz und Energiesparen wünschen sich die Betriebe.

Die Energiewende soll zudem im Umbau des Steuer- und Abgabensystems ihren Niederschlag finden. Fossile Energieträger sollen stärker belastet werden, während der Faktor Arbeit sowie Investitionen in die Energiewende steuerlich entlastet werden sollen. Die Umgestaltung des Steuersystems soll dabei "aufkommensneutral" sein.

"Wir sind bereit unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung, effiziente Produktionstechnologien und Dienstleistungsprozesse sowie umweltschonende Mobilitätslösungen entsprechend auszurichten. Dafür brauchen wir aber auch klare Leitplanken der Politik. Bitte stellen Sie sicher, dass die wesentlichen Schritte zügig und konsequent umgesetzt werden", schreiben die Unternehmen an Kurz und Strache. "Wir sehen die große Chance, neue Märkte zu eröffnen, tausende Arbeitsplätze zu schaffen und Konjunkturimpulse zu setzen. Nützen wir diese Chance und zeigen wir, dass in Österreich die Umsetzung der Energiewende gelingen wird."

Ursprüngliche Unterzeichner:

242 Unternehmen für Energiewende und Klimaschutz

242 Unternehmen für Energiewende und Klimaschutz

Update der Teilnehmerfirmen vom 12.12.2017

Donnerstag, 23 November, 2017