ÖKOSTARS an Passivhäuser vergeben

Passivhaus-Fertigungshalle Obermayr

Die besten Gemeinden, Projekte und Unternehmen aus den Bereichen Umwelt, Energie, Klimaschutz & Nachhaltigkeit werden vor den Vorhang geholt und mit dem ÖKOSTAR ausgezeichnet. In Gmunden und Vöcklabruck konnten zwei Passivhaus-Projekte die Jury überzeugen und wurden für ihre Leistung von Landesrat Rudi Anschober geehrt.

Oberösterreich hat sich in den vergangenen 12 Jahren in vielen Bereichen zu einer Modellregion der Umweltqualität in Europa entwickelt. Vielfach sind Pioniere aus der Region mitverantwortlich für diese Positiventwicklung. LR Anschober verlieh daher im Mai und Juni den Umweltpreis ÖKOSTAR 2015 in den Bezirken an die jeweils beste Gemeinde und an einen Vorreiterbetrieb bzw. -projekte – als Dankeschön und als Vorbild für andere.

Obermayer Holzkonstruktionen gewinnt ÖKOSTAR Vöcklabruck
Anschober: „Die Auszeichnung mit dem ÖKOSTAR 2015 für Betriebe im Bezirk Vöcklabruck ergeht an das Holzbauunternehmen Obermayr in Schwanenstadt. Der Familienbetrieb ist aus meiner Sicht eines der innovationsgetriebensten Unternehmen Oberösterreichs. Es ist diese Art von Unternehmertum, welches einem Wirtschaftsstandort wie Oberösterreich seine Stärke verleiht und auch in Zukunft sichern wird. Die Leistungen in Forschung und Entwicklung, welche bei Obermayr in den vergangenen Jahren getätigt wurden, werden nicht nur nahezu unmittelbar umgesetzt und finden ihren Ausdruck in wegweisenden Projekten – wie etwa der Bruckner-Uni in Linz, der Passivhaus-Sanierung der Hauptschule in Schwanenstadt, der Brücke über die Enns oder nun aktuell wieder im temporären Studentenheim in Passivhaus-Standard in Wien – sondern sind Wegbereiter des modernen Holzbaus in Österreich und weit über dessen Grenzen hinaus. Was Holz wirklich kann, wird einem erst restlos klar, wenn man die Dimension der Möglichkeiten sehen und auch verstehen kann bei derartigen Bauwerken. Das Unternehmen Obermayr vereint Ökologie und Ökonomie in einer beeindruckenden Art und Weise und belässt die Wertschöpfung in der Region. Die geplanten energetischen Maßnahmen im Betrieb versinnbildlichen dies ebenso wie die eigene Produktionshalle.“

Christian Obermayr erhielt den ÖKOSTAR von Rudi AnschoberWerksbesichtigung der Firma ObermayrRudi Anschober verleiht den ÖKOSTAR an Günter Lang

Der ÖKOSTAR unter den Projekten im Bezirk Gmunden: Die Passivhausscheibe Salzkammergut
Im Rahmen der Verleihung des ÖKOSTARs an die Gemeinden jeden Bezirks besucht Landesrat Anschober auch besonders engagierte Unternehmen und Projekte aus unterschiedlichen Bereichen – eben regionale Leuchtturmprojekte, die es herzuzeigen gilt. Im Bezirk Gmunden fiel die Wahl auf die Passivhausscheibe Salzkammergut in Roitham.

Im Jahr 1999 war der Großteil der Bevölkerung wie auch Fachleute sehr skeptisch gegenüber dem Ansinnen, ein Gebäude mit einem um 90 Prozent reduzierten Heizenergieverbrauch zu errichten – eben ein Passivhaus. Nach 15 Jahren wurde eine Zwischenbilanz über die tatsächliche Bewohnererfahrung im ältesten zertifizierten Passivhaus Österreichs - der Passivhausscheibe Salzkammergut - gezogen. Diese ergab, dass die Baukosten sogar unter jenen eines Standardgebäudes lagen und eine Einsparung von rd. 14.000 € bisher lukriert werden konnte.

Anschober: „Die Auszeichnung mit dem ÖKOSTAR 2015 für Betriebe und Projekte im Bezirk Gmunden ergeht an die Passivhausscheibe in Roitham, denn dieses Pionierprojekt hat am Ende des letzten Jahrtausends gezeigt wie die Zukunft des Wohnbaus aussehen wird – und mittlerweile auch, dass sich dieser Weg rechnet. Und was hier im Salzkammergut schon Realität ist, wurde von der Europäischen Union als das Ziel und die Zukunft des Wohnbaus fixiert durch die Vorgabe der nearly zero emission buildings bis zum Jahr 2020. Hier haben wir allerdings noch viel Aufholbedarf und es gibt einen klaren Auftrag an die nationalen und regionalen Gesetzgeber und Regierungen innerhalb der Europäischen Union dies entsprechend umzusetzen. Der Wohnbau ist ein zentraler Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende, weshalb es mich besonders freut dieses visionäre Projekt, welches in den vergangenen 15 Jahren bereits 2.700 Besucher aus der ganzen Welt besichtigten,  mit dem ÖKOSTAR 2015 auszuzeichnen.“

Für Lang war die Passivhausscheibe der Grundstein zur Gründung des Consultingbüros LANG consulting, dass sich seit der Gründung im Jahr 2001 ausschließlich dem Thema Passivhaus im Neubau und der Sanierung bis zum heutigen Tage verschrieben hat. Dabei zählen Pilotpojekte wie Österreichs erste Sanierungen auf Passivhaus-Standard, mit dem EFH Schwarz in Pettenbach, der Schule in Schwanenstadt und dem MFH in Linz ebenso zu wegweisenden Projekten, wie nun das temporäre Studentenheim in Wien. Vor allem hat sich Lang aber einen Namen als Netzwerker für das Passivhaus seit 2002 gemacht, und leitet heute die Passivhaus Austria im Auftrag des Passivhaus Institutes. Als „Passivhaus-Botschafter“ ist er heute weltweit unterwegs, um die Leistungen österreichischer Passivhaus-Pioniere internationaler Beachtung und deren Export zu verhelfen.

Altmünster und Vöcklabruck gewinnen unter den Gemeinden
In der Kategorie der Gemeinden konnten Altmünster und Vöcklabruck dank ihres vorbildhaften Engagements den ÖKOSTAR für sich erringen.

 

Titelfoto: Passivhaus-Fertigungshalle der Firma Obermayr; Fotocredtis: Obermayr Holzkonstruktionen

Freitag, 12 Juni, 2015