Energie-Masterplan Kärnten geht auf Tour

Matthias Köchl, grüner Parlamentssprecher für Nachhaltigkeit, Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria und Landesrat Rolf Holub im Gespräch über die Rolle des Passivhaus-Standards bei der Realisierung des Energie-Masterplan Kärnten; Fotocredits: Passivhaus Austria

Bis zum Jahr 2025 soll Kärnten unabhängig von fossilen Brennstoffen sein. Das Ziel lautet maximale Energieeffizienz und 100 Prozent erneuerbare Energie, so Landesrat Rolf Holub (Grüne). Bei der Umsetzung hilft der Energie-Masterplan des Landes.

Mit dem Auftakt am Klagenfurter Bahnhof geht der Energiemasterplan nun auf Gemeindetour. Er soll die Weichen für die Energiezukunft Kärntens stellen und verfolgt dabei einen völlig neuen Ansatz. Nicht nur über 200 Expertinnen und Experten arbeiten an den notwendigen Maßnahmen für ein energieunabhängiges Kärnten, das von 100% erneuerbaren Energieträgern versorgt werden soll. Erstmals in der Geschichte der Kärntner Landesregierung wird für ein Projekt auch ein breiter Beteiligungsprozess für die Kärntnerinnen und Kärntner umgesetzt.

Mit Informationsveranstaltungen im ganzen Land sollen die 132 Kärntner Gemeinden sowie die Bürgerinnen und Bürger ein Teil der Kärntner Energiewende werden. So wird sichergestellt, dass jede und jeder Interessierte seine Ideen und Anregungen in den Masterplan einbringen kann. Elf Arbeitsgruppen erarbeiteten die Vorschläge für den Zwischenbericht. Für die Arbeitsgruppe Energieeffizienz ist Gerhard Moritz, Leiter von energie:bewusst Kärnten, maßgebend für deren Weichenstellungen zuständig. Die Vorschläge der Arbeitsgruppen reichen von einer besseren Dämmung der Gebäude bis zu Eindämmung fossiler Brennstoffe, so Holub: „Der Energie-Masterplan hat zum Ziel, dass Kärnten energieunabhängig wird. Wir produzieren soviel Energie, wie wir verbrauchen, vielleicht sogar mehr, dass wir noch etwas verkaufen können.“

Pressekonferenz um Energie-Masterplan Kärnten

Wärmesektor wird die große Herausforderung – Passivhaus die Lösung
Im Stromsektor wird der Umstieg bis 2025 auf 100 Prozent erneuerbare Energie im Verhältnis relativ leicht zu erreichen sein,“ sagte Dr. Stefan Merkac, Fachreferat im Büro von LR Holub, „während wir im Wärmebereich noch große Herausforderungen bewältigen müssen“. Dafür die richtigen Maßnahmen im Neubau und in der Sanierung zu setzen, ist die Passivhaus Austria gerne bereit mit ihren Experten sehr konkrete Vorschläge zu unterbreiten, betonte Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria. Schließlich lässt sich mit dem Passivhaus-Standard wirtschaftlich im Neubau 75 Prozent und in der Sanierung bis zu 95 Prozent des Energieverbrauches ohne Komfortverlust einsparen. Außerdem werden nebenbei auch noch eine Menge Arbeitsplätze geschaffen. Jeder eingesparte Euro an importierter fossiler Energie kann direkt in die Schaffung regionaler Arbeitsplätze bei der thermischen Sanierung auf Passivhaus-Standard bestmöglich investiert werden.

Schon 2007/2008 untermauerte Lang mit seiner Studie im Auftrag des Bundeskanzleramtes, dass Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien auf 20 Jahre gerechnet fünfmal günstiger kommen, als das damals geplante Gaskraftwerk in Klagenfurt. Nach 56 Monaten Verhandlungen wurde dann schließlich die Absicht für den Kraftwerksbau fallen gelassen und damit der Startschuss für eine wirkliche Energiewende gelegt.

In den kommenden Wochen sind Bürger in vielen Gemeinden eingeladen, ihre Vorschläge zur Energienutzung einzubringen. Bis Ende Mai soll der Energie-Masterplan fertig sein. Förderungen und Forschungsausgaben des Landes sollen darauf abgestimmt werden.

Informationen und die Termine für die Gemeindetouren sind auf der offiziellen Seite des Landes Kärnten dazu zu finden: www.energie.ktn.gv.at

Zur Presseaussendung


Andrea Wulz, Grüne Umweltschutz-Stadträtin von Klagenfurt im Gespräch mit Gerhard Kopeinig, Architekt und Gründungsmitglied der Passivhaus Austria und Günter Lang, Leiter der Passivhaus Austria; Fotocredits: Passivhaus Austria

Freitag, 24 Januar, 2014